
Am stärksten beeindruckt am R.XX nicht irgendein Laborwert, sondern wie konsequent sie das Thema Gewicht durchgezogen haben. ROTWILD setzt auf „Polydynamic Carbon“ mit 1.100er-Fasern in UD-Qualität. Große Inlays reduzieren Spannungsspitzen, glatte Innenseiten und enge Toleranzen verbessern die Fertigungsqualität, minimaler Harzanteil bringt besseres Gewicht-zu-Steifigkeit-Verhältnis. Klingt erstmal nach Pressetext. Auf dem Trail merkst du es sofort: In engen Kurven, bei brutalen Richtungswechseln und in Wellenpassagen fühlt sich ein leichtes E-Bike einfach komplett anders an.
Die auffälligste Idee steckt im Unterrohr

Während fast alle auf entnehmbare Akkus setzen, geht ROTWILD mit dem R.XX bewusst den anderen Weg. Der 700-Wh-Akku sitzt fest im Unterrohr und ist nur über den Motor im Servicefall rausnehmbar. Der Vorteil ist klar: Ein geschlossenes Rohr lässt sich deutlich steifer und leichter bauen. Genau das ist der eigentliche Trick. Sie erreichen den Leichtbau nicht durch Verzicht, sondern durch smarte Integration. Trotz stark abfallendem Rahmen bleibt Platz für einen Dämpfer mit Ausgleichsbehälter – und sogar für eine volle Trinkflasche. Sauberes Ding.
Kinematik für ein aktives E-Trailbike

Mindestens genauso wichtig wie das Gewicht ist, wie das R.XX seinen Federweg nutzt. 160 mm vorn und 145 mm hinten ordnen es klar im Trail- und All-Mountain-Bereich ein. Das niedrigere Anfangshebelverhältnis soll weniger Einsinken erzeugen, das Heck straffer halten und mehr Feedback vom Untergrund liefern. Das Bike will nicht nur alles glattbügeln. Es soll Impulse aufnehmen. Kurven, Wellen und kleine Kanten werden zu Elementen, mit denen du aktiv arbeiten kannst. Genau dieses pushende Fahren. Dass du den Dämpfer mit deutlich weniger Druck fahren kannst als bei den großen Modellen, unterstreicht die eigene Abstimmung.
Viel Leistung, aber nicht als Selbstzweck
Je nach Ausstattung arbeitet entweder der Avinox M2 oder der stärkere M2.S. In Pro, Ultra und Ultimate liefert der M2.S bis zu 1.500 Watt im Boost. Für ein leichtes E-Trailbike eine klare Ansage. Besonders spielt das auf steilen technischen Uphills und langen Anstiegen, wo nicht nur geringes Gewicht, sondern echte Durchzugskraft zählt. Der 700-Wh-Akku passt perfekt ins Bild. Dazu gibt es ein 2-Zoll-OLED-Display und App-Funktionen wie optionales Laden bis 80 Prozent und reichweitenoptimierte Routenplanung. Hohe Leistung allein reicht nicht. Erst mit guter Steuerung und sinnvoller Energieverwaltung wird daraus ein rundes System.
Geometrie, die den Fahrer ernst nimmt

Das Größenkonzept ist richtig stark gemacht. Neben den üblichen Stufen gibt es jetzt eine M/L-Zwischengröße zwischen M und L. Insgesamt fünf Größen von S bis XL. Die Kettenstreben wachsen mit der Rahmengröße mit und bleiben konstant bei rund 35 Prozent des Radstands. Auf dem Papier klingt das nach Detailverliebtheit. In der Praxis entscheidet es oft, ob ein Bike in allen Größen wirklich gleich fährt. S und M rollen als Mullet mit 27,5-Zoll-Hinterrad, ab M/L gibt’s 29er. Langer Reach, kurzer 35-Millimeter-Vorbau, in XL satte 520 mm Reach. Das XL-Modell bietet mit der Eightpins-Sattelstütze bis zu 240 Millimeter Hub. Preise liegen je nach Ausstattung zwischen 8.490 und 13.490 Euro.
Detailaufnahmen




Bilder: Hersteller
FAQ
1. Für wen ist das ROTWILD R.XX besonders interessant?
Das R.XX ist für ambitionierte Trail- und All-Mountain-Fahrer gemacht, die bergauf richtig starke Motorunterstützung wollen, auf dem Trail aber kein schweres, träges Teil. Wer ein aktives, direktes und verspieltes Handling sucht und sein Bike bewusst über Kurven, Wellen und Kanten bewegt, findet hier genau das richtige Werkzeug. Mit dem niedrigen Gewicht, der ausgewogenen Geometrie und der kräftigen Motorisierung sitzt es sauber zwischen klassischen Light-E-MTBs und den schwereren Enduro-Bikes.
2. Was macht den fest integrierten 700-Wh-Akku an diesem Bike so besonders?
ROTWILD setzt hier ganz bewusst auf maximale Systemintegration statt auf einfaches Rausnehmen. Das geschlossene Unterrohr ermöglicht einen leichteren und steiferen Rahmen – das ist der direkte Weg zu den angepeilten 20 Kilogramm. Im Service kommt man trotzdem über den Motor ran. Für den Fahrer bedeutet das cleanes Design und besseres Handling, weil Gewicht und Steifigkeit optimal im Rad sitzen. Der Akku ist kein Kompromiss. Er ist zentraler Teil des gesamten Konzepts.
3. Warum spielt die Geometrie beim ROTWILD R.XX eine so große Rolle?
Weil sie bestimmt, ob das Bike auf dem Trail wirklich lebendig und ausgewogen fährt oder nicht. ROTWILD hat hier richtig Arbeit reingesteckt: fünf Größen inklusive neuer M/L-Zwischengröße, mitwachsende Kettenstreben und angepasste Laufradgrößen je nach Rahmen. Das Ziel ist klar – jede Größe soll denselben Charakter haben. Langer Reach, kurzer Vorbau und die passende Radgröße sorgen dafür, dass Kontrolle, Bewegungsfreiheit und Agilität zusammenpassen.




