Das Officina Battaglin Roma ist ein Rennrad, das eine alte Idee in eine moderne Form übersetzt. Im Mittelpunkt steht ein Ansatz, der Stahl nicht als nostalgisches Material versteht, sondern als Basis für ein zeitgenössisches Fahrgefühl. Genau darin liegt der Reiz dieses Modells: Das Roma verbindet handgemachten, gelöteten Stahl mit Carbon und verfolgt damit das Ziel, Leichtigkeit, Komfort und Direktheit zusammenzubringen. Das Rahmenkonzept ist darauf ausgelegt, die geschmeidige Charakteristik von Stahl mit der geringen Masse von Carbonfaser zu vereinen. Für den Einsatz auf langen Straßenrunden, schnellen Trainingsfahrten und anspruchsvollen Passagen ist das eine Kombination, die neugierig macht. Das Roma richtet sich damit an sportliche Straßenfahrer, die nicht nur nackte Zahlen suchen, sondern auch Fahrkultur, Materialgefühl und ein eigenständiges Konzept jenseits des Üblichen.
Stahl und Carbon mit klarer Idee

Besonders spannend ist die Konstruktion selbst. Das Roma 2024 ist ein Beispiel einer Hybrid-Bauweise, die die klassische Laufruhe von Stahl mit der federleichten Agilität von Carbonfaser verbindet. Für ein Rennrad bedeutet das in der Praxis einen interessanten Spagat: Einerseits verspricht Stahl jene beruhigende Souveränität, die auf rauem Asphalt und auf langen Distanzen geschätzt wird. Andererseits bringt Carbon genau jene Steifigkeit und das niedrige Gewicht ins Spiel, die beim Beschleunigen und im Rhythmus schneller Antritte wichtig sind. Der Rahmen soll dabei eine Leichtigkeit erreichen, die laut Hersteller mit Titan konkurriert, was zeigt, wie konsequent dieser Ansatz verfolgt wurde. In der Rennrad-Kategorie ist das ein relevanter Punkt, weil Gewicht, Vibrationsdämpfung und Lenkpräzision das Fahrerlebnis stark prägen. Das Roma will offenkundig nicht zwischen Tradition und Gegenwart wählen, sondern beides in einem Rad zusammenführen.
Die Faszination der Lug-Konstruktion

Die vielleicht faszinierendste Eigenschaft dieses Modells steckt in seinen oversized Edelstahl-Muffen. Genau hier verschiebt das Roma die Grenzen klassischer Lug-Konstruktion. Die Muffen wurden neu entwickelt, um Stahlrohre und Carbonrohre miteinander zu verbinden. Das ist mehr als ein technischer Kunstgriff. Es ist der Punkt, an dem die Identität des Rades sichtbar wird. Bei einem Rennrad dieser Art übernehmen die Muffen nicht nur eine strukturelle Aufgabe, sondern prägen das Fahrversprechen gleich mit: Sie sollen die strukturelle Integrität des Rahmens verstärken und gleichzeitig die eigenständige Optik mittragen. Für den Einsatz auf der Straße ist das relevant, weil eine sauber gedachte Verbindung der Materialien darüber entscheidet, wie harmonisch sich Kraftübertragung, Spurtreue und Komfort anfühlen. Das Roma lebt also nicht nur von der Idee Stahl plus Carbon, sondern von der Art, wie diese Materialien zusammengefügt werden.
Optik mit klassischem Kern

Auch gestalterisch geht das Roma einen eigenen Weg. Das markentypische Cromovelato-Finish kommt in einem Goldrose-Ton, einer speziellen Interpretation des Rosa des Giro d’Italia. Die farbigen Stahlpartien treffen dabei auf rohe Carbon-Bereiche. Dieser Kontrast verleiht dem Rad einen Auftritt, der klassisch und zugleich überraschend scharf gezeichnet wirkt. Für ein Rennrad in dieser Klasse ist das mehr als bloße Oberflächenkosmetik. Es unterstreicht, dass das Roma nicht versucht, seine Materialmischung zu verstecken. Im Gegenteil: Das Rad zeigt offen, woraus es gemacht ist. Dazu kommt die Möglichkeit, das Modell mit einer von 12 Farboptionen aus der Premium-Cromovelato-Auswahl zu personalisieren. Für Fahrer, die ihr Rennrad als langfristigen Begleiter verstehen, ist das ein wichtiger Aspekt. Das Roma setzt damit nicht auf modische Beliebigkeit, sondern auf eine Formensprache, die Handwerk, Individualität und moderne Performance sichtbar zusammenführt.
Technik für den sportlichen Straßeneinsatz

Die technischen Eckdaten zeigen klar, wo das Roma zu Hause ist. Genannt werden Columbus-GB81-Rohre nach speziellen Officina-Battaglin-Vorgaben, eine Carbon-Gabel und proprietäre Edelstahl-Muffen. Hinzu kommen ein T47-Innenlager, eine maximale Reifenfreiheit von 700 x 35 und die Auslegung ausschließlich für Scheibenbremsen. Ebenfalls wichtig: Das Roma ist nur mit drahtlosen elektronischen Gruppen kompatibel. All das ordnet das Modell deutlich in das moderne Rennradsegment ein. Die Reifenfreiheit bis 35 Millimeter eröffnet einen breiteren Einsatzbereich auf schlechten Straßen, auf zügigen Allroad-Runden oder auf langen Distanzen mit Komfortanspruch. Scheibenbremsen passen dazu, weil sie Kontrolle und konstante Bremsleistung in wechselnden Bedingungen bieten. Die Konzentration auf drahtlose elektronische Gruppen zeigt wiederum, dass das Roma zwar auf eine traditionsreiche Bauweise setzt, technisch aber klar im Hier und Jetzt unterwegs ist.
Größen, Ausstattung und Einordnung
Erhältlich ist das Roma in den Größen XS, S, M, M+, L, XL und XXL. Für das Sitzrohr, gemessen Mitte bis Mitte, reicht die Spanne von 445 Millimetern in XS bis 565 Millimetern in XXL. Damit deckt das Modell ein breites Größenspektrum ab, was bei einem rennorientierten Rahmen besonders wichtig ist. Zum Lieferumfang eines Roma-Rahmens gehören ein Rahmen in Seriengröße, eine Carbon-Gabel in Raw-Finish, Steuerkopfteile, das individuelle Cromovelato-Finish, hintere und vordere Steckachsen sowie ein von Giovanni Battaglin signiertes Echtheitszertifikat. Bestellt werden kann das Roma direkt oder über offizielle Händler. Unterm Strich steht hier ein Rennrad, das sich nicht über plumpe Effekthascherei definiert, sondern über ein ungewöhnlich konsequentes Konzept. Das Officina Battaglin Roma ist für Fahrer gedacht, die moderne Straßen-Performance suchen, dabei aber Wert auf Materialkultur, Charakter und ein eigenständiges technisches Narrativ legen. Ein Preis ist auf der Produktseite nicht angegeben.
Bilder: Hersteller
FAQ
1. Für wen eignet sich das Officina Battaglin Roma besonders?
Das Officina Battaglin Roma eignet sich vor allem für ambitionierte Straßenfahrer, die sportliche Performance suchen, aber nicht auf Charakter und Komfort verzichten möchten. Interessant ist das Modell besonders für Menschen, die ein Rennrad nicht nur nach Gewicht oder Markenimage auswählen, sondern nach Fahrgefühl, Materialkonzept und Individualität. Durch die Verbindung von Stahl und Carbon spricht das Roma Fahrer an, die lange Distanzen, abwechslungsreiche Straßen und einen lebendigen, dennoch kontrollierten Charakter schätzen. Auch designorientierte Käufer dürften sich angesprochen fühlen, denn das Rad verbindet technische Eigenständigkeit mit auffälliger, handwerklich geprägter Optik und einem klar wiedererkennbaren Auftritt.
2. Was macht die Konstruktion des Roma im Vergleich zu anderen Rennrädern besonders?
Besonders ist vor allem die Art, wie Officina Battaglin unterschiedliche Materialien in einem klaren Konzept zusammenführt. Das Roma setzt nicht einfach auf einen Stahlrahmen mit modernen Anbauteilen, sondern auf eine echte Hybrid-Idee mit Stahlrohren, Carbon-Elementen und eigens entwickelten Edelstahl-Muffen. Dadurch entsteht ein Rennrad, das klassische Rahmenbaukunst sichtbar macht und gleichzeitig moderne Anforderungen erfüllt. Im Idealfall profitieren Fahrer von einem ausgewogenen Verhältnis aus Komfort, Steifigkeit und geringerem Gewicht. Hinzu kommt, dass die Konstruktion nicht versteckt, sondern bewusst betont wird. Genau diese Offenheit verleiht dem Roma seine Identität und hebt es deutlich von vielen konventionellen Carbon-Rennrädern ab.
3. Ist das Roma eher ein klassisches Liebhaberrad oder ein modernes Performance-Bike?
Gerade diese Frage macht den Reiz des Roma aus, denn es ist erkennbar beides zugleich. Einerseits besitzt das Rad viele Merkmale eines Liebhaberstücks: gelöteter Stahl, markante Muffen, aufwendige Oberflächen und ein starker handwerklicher Ausdruck. Andererseits sprechen die technischen Details eine moderne Sprache. Die Carbon-Gabel, die Scheibenbremsen, die Reifenfreiheit bis 35 Millimeter, das T47-Innenlager und die Ausrichtung auf drahtlose elektronische Gruppen zeigen deutlich, dass das Roma nicht in der Vergangenheit lebt. Es ist daher weniger ein nostalgisches Sammlerstück als vielmehr ein zeitgemäßes Performance-Rennrad für Fahrer, die moderne Technik mit einer eigenständigen materiellen und ästhetischen Identität verbinden möchten.




