Das TRA SE macht keine Show. 150 mm Federweg am Alu-Rahmen, 29er-Laufräder und ein Yamaha PW-ST mit 70 Nm – fertig. Genau das Bike, das ich nach einem langen Arbeitstag im Pfälzerwald unter dem Hintern haben will: wo Flow und Grip zählen, nicht der große Auftritt. Die Lackierung in Jet Black und Anthracite Metallic passt perfekt dazu. Sieht fast unscheinbar aus. Und genau das ist seine Stärke – ein Rad, das lieber richtig arbeitet als zu posen.
Was mir besonders gefällt, ist diese ausgewogene Ruhe mit ordentlich Reserven. Kein nervöses Teil für Sekundenjäger. Sondern ein Bike für lange Runden, auf denen du ein berechenbares Fahrwerk willst, das auf wechselndem Untergrund nicht ständig mit dir diskutiert. Während aktuell fast alles entweder hyper-verspielt oder knallhart aggressiv sein muss, trifft das TRA SE genau den Punkt, den ich bei meinen Touren brauche.
Ein Trail-Bike mit klarer Haltung

Im Zentrum steht ein solider Alloy-6061-Rahmen mit integriertem Akku und 150 mm Federweg. Genau die Werte, die bei wurzeligen Singletrails und langen Touren Sinn ergeben. Vorne eine RockShox 35 Gold RL mit DebonAir, ebenfalls 150 mm. Hinten arbeitet ein RockShox Deluxe Select+ in 230 x 65 mm. Das Fahrwerk schluckt genug, um gröberes Gelände entspannt anzugehen, bleibt aber voll in der Trail-Kategorie.
150 mm sind für mich der Sweet Spot. Genug Hub für Stufen, Rock Gardens und schnelle Abfahrten, aber immer noch genug Agilität für verwinkelte Trails und lange Tage im Sattel. Das TRA SE ist kein reines Park-Gerät. Es ist das Bike für alles zwischen Feierabendrunde, Haustour und alpinen Trails.

29 Zoll als Charaktermerkmal

Die konsequente 29er-Plattform ist eines der besten Merkmale. Rahmen und Laufräder sind voll darauf ausgelegt, dazu kommen Schwalbe Nobby Nic Performance in 29 x 2.4″. Große Laufräder bringen genau die Laufruhe, die ich auf ruppigen Passagen schätze. Sie rollen leichter über Kanten und Wurzelfelder und halten das Tempo, auch wenn der Untergrund unruhig wird. Passt perfekt zum Wesen dieses Bikes.
Die Geometrie unterstreicht das. 65,5 Grad Lenkwinkel, 475 mm Kettenstreben und ein Reach zwischen 425 und 500 mm je nach Rahmengröße. Der Radstand wächst von 1218 mm in S bis 1308 mm in XL. Das ist kein zappeliges Kurvenräuber-Bike. Das ist ein Gerät, das in schnellen Passagen Gelassenheit ausstrahlt und auf schwierigen Trails Vertrauen aufbaut. Bei meinen 82 Kilo kitted up und 181 cm fühlt sich das genau richtig an.

Motor und Akku im Dienst des Alltags im Gelände

Der Yamaha PW-ST mit 70 Nm ist kein Motor, der mit brutalen Werten protzt. Und genau deshalb passt er so gut zum TRA SE. Er liefert harmonische Unterstützung, die zum eigenen Rhythmus passt, technische Anstiege sauber meistert und auf langen Runden nicht ständig schlappmacht. Nicht jedes E-MTB muss eine Bergauf-Rakete sein.
Der Simplo-Akku mit 630 Wh liefert genau die Reichweite, die ich für ausgedehnte Trail-Tage brauche. Der Akku ist sauber integriert, das Yamaha Display A ist übersichtlich und der Modusschalter ist ins Display integriert. Dazu der 4-A-Schnelllader von Simplo. Alles schön unkompliziert. Genau wie ich es mag.
Warum diese Antriebsklasse so gut passt
Im Trail-Segment ist ein ausgewogener Motor oft die bessere Wahl als ein übermächtiger Brocken. Das TRA SE profitiert massiv davon. Der Motor sammelt Höhenmeter entspannt, damit genug Energie für das bleibt, was wirklich Spaß macht: die Abfahrt, der enge Waldtrail, die schnelle Runde nach Feierabend.
Ausstattung ohne Show, aber mit Sinn
Auch bei den Parts bleibt das TRA SE seiner Linie treu. Die SRAM DB8 mit Vierkolben-Sätteln und 200/180 mm Scheiben passen hervorragend. Genug Standfestigkeit und Reserven, wenn bei Tempo und Systemgewicht steile Passagen kommen. 130 kg zulässiges Gesamtgewicht zeigen, dass hier an echte Fahrer gedacht wurde.
Elf Gänge mit Tektro RD-M550, Tektro SL-M550R-Hebel und Tektro CS-M530 11-50 Kassette plus 38er Kettenblatt reichen völlig. Keine Rennrad-Feinheiten, sondern praktische Gänge für wechselndes Gelände. Die KMC e11S-Kette und die geschmiedeten GASGAS EC40 Kurbeln machen ihren Job ohne Allüren. Vorne wie hinten Mach 1 TRUCKY 30 Felgen, tubeless ready. Vernünftig und robust. Zusammen mit den Nobby Nic ergibt das einen Aufbau, der Traktion und Alltagstauglichkeit liefert, ohne unnötigen Schnickschnack.
780 mm breiter Riser-Lenker, kurzer 35-mm-Vorbau und Dropper – alles klar auf Geländeeinsatz ausgelegt. Dieses Bike will bewegt werden.
Für wen das TRA SE interessant ist
Das TRA SE ist für Trail-Fahrer gemacht, die ein solides, modernes E-MTB wollen, ohne überladenes Prestige-Gehabe. Es packt viel Federweg, große Laufräder, einen passenden Motor und vernünftige Parts zu einem Paket zusammen, das vor allem auf dem Trail Sinn ergibt. Stabil, berechenbar, bereit für lange Tage.
25,2 Kilo sind für ein E-MTB mit 150 mm genau im Rahmen. Wer das nicht als Nachteil, sondern als Teil des Konzepts sieht, bekommt ein Rad, das sich auf ruppigen Wegen richtig zuhause fühlt. Größen von S bis XL und 3.699 Euro Preis machen es zusätzlich interessant. Bei meinen 82 Kilo und dem enduro-lastigen Fahrstil steht es definitiv auf der Liste.
Bilder: Hersteller
FAQ
1. Für wen eignet sich das GASGAS TRA SE besonders?
Für alle, die ein gutmütiges und vielseitiges E-Trailbike suchen. Nicht für diejenigen, die ein hyper-verspieltes Parkspielzeug oder ein kompromisslos aggressives Enduro-Gerät brauchen. Sondern für Fahrer, die auf Feierabendrunden, längeren Touren und technischen Waldtrails ein stabiles, berechenbares Fahrgefühl schätzen. 150 mm Federweg, 29er-Laufräder und die ausgewogene Geometrie sprechen genau die an, denen Kontrolle und Vertrauen wichtiger sind als maximaler Pop oder ultraleichtes Race-Feeling.
2. Wie alltagstauglich ist der Motor-Akku-Mix des TRA SE im Gelände?
Sehr alltagstauglich. Der Yamaha PW-ST mit 70 Nm dominiert nicht, sondern unterstützt genau dort, wo man ihn braucht – steile Anstiege, technische Passagen, langer Tag. Der 630-Wh-Akku liefert genug Saft für ausgedehnte Runden, ohne dass das Bike zum schweren Brocken wird. Genau das macht den Mix stark: dosierbare, verlässliche Unterstützung statt reiner roher Gewalt.
3. Was macht das TRA SE im Vergleich zu vielen anderen E-MTBs interessant?
Seine bodenständige, stimmige Gesamtidee. Während viele Hersteller mit immer extremeren Geometrien, stärkeren Motoren und auffälligem Design um Aufmerksamkeit buhlen, geht GASGAS einen anderen Weg. Solide gewählte Parts, klare Trail-Ausrichtung, ein Charakter, der Vertrauen schafft. Das Bike wirkt nicht wie ein Prestigeobjekt, sondern wie ein ehrliches Arbeitsgerät für echten Geländeeinsatz. Genau das gefällt mir.




