Die meisten E-MTBs posaunen ihre Power schon von weitem raus. Das ROSE Bonero Plus 1 geht einen anderen Weg. Mit Vollcarbon-Rahmen, 360-Wh-Akku und dem TQ-HPR50 wirkt es fast schon puristisch – und genau das ist sein großer Reiz. Hier steht nicht maximale Wucht im Vordergrund, sondern Fahrgefühl, Linienwahl und direkte Rückmeldung. Ein Hardtail der Kategorie 4, das Sprünge mit einer maximalen Höhe von 120 cm freigibt, aber gleichzeitig ordentlich Eigenleistung einfordert. Genau das gefällt mir. Es will nicht alles für dich erledigen. Es will mit dir zusammen arbeiten.
Der flache Lenkwinkel verrät sofort, in welche Richtung das Spiel geht. Ruhe bei Tempo, Reserven, wenn’s richtig zur Sache geht. Dazu 140 mm Federweg an der Front. Für mich als 181 cm großen, 82 Kilo schweren Enduro-Fahrer ist das die perfekte Mitte – genug Schluck, aber nicht so viel, dass das Bike seine Direktheit verliert.
Ein E-MTB, das Leichtigkeit nicht nur verspricht

Ca. 16,9 Kilo in Größe M mit Pedalen. Das ist für ein E-MTB mit 360 Wh eine Ansage. Bei meinem Gewicht spürt man das sofort: Das Bonero Plus 1 fühlt sich agil und lebendig an, weit entfernt von den schweren Brocken, die vor allem durch Masse und Motor dominieren. Weniger Trägheit, mehr Pop, mehr aktives Fahren. Genau das wollte ich testen.
Der TQ-HPR50 ist dabei der perfekte Partner. Kaum sichtbar im Rahmen, leise und mit einer feinen, natürlichen Unterstützung. Das Bike inszeniert den Motor nicht als Star, sondern als unauffälligen Verstärker. Integriertes Display, minimalistisches Remote – das Cockpit bleibt clean. Keine Kommandozentrale. Einfach nur ein gutes Trail-Cockpit.
Der Reiz des leisen Antriebs

Genau das ist der eigentliche Clou. Der TQ läuft so leise, dass sich das ganze Bike plötzlich wie ein erweitertes normales Mountainbike anfühlt. Auf flowigen Passagen, in engen Switchbacks oder kurzen Anstiegen fehlt dieses ständige Surren. Stattdessen bleibt das natürliche Geräusch der Reifen und der Fahrt. Für ambitionierte Trailfahrer, die ein authentisches Gefühl wollen, ist das ein echter Gewinn.
Gebaut für technische Trails und klare Linien
Die Kategorie-4-Einstufung ist keine Marketing-Nummer. Das Bike ist für Piloten gedacht, die ihr Handwerk verstehen. Absätze, Sprünge, ruppige Root Sections – das Bonero Plus 1 verlangt, dass du mitdenkst und mitarbeitest. Wer nur gemütlich rumrollen will, ist hier falsch. Wer aktiv fährt und das Gelände lesen kann, bekommt ein richtig stimmiges Werkzeug.
Vorne arbeitet eine RockShox Lyrik Base mit RUSH RC-Dämpfung und DebonAir+-Kammer. Die Abstimmung passt zum Konzept: sensibel genug im oberen Bereich, aber mit ausreichend Support im mittleren Federweg. Bei meinen 82 Kilo und aggressiver Fahrweise bleibt sie planted, ohne zu sacken. Genau das brauche ich auf ruppigen Pfälzerwald-Trails oder in den Alpen.
Reifen und Geometrie mit klarer Aufgabe

Schwalbe Nobby Nic vorne, Wicked Will hinten. Passt wie die Faust aufs Auge. Vorne maximaler Grip und Vertrauen im losen Untergrund, hinten etwas mehr Rolleneffizienz und Spieltrieb. Zusammen mit dem slack Lenkwinkel ergibt sich ein Bike, das einerseits Ruhe ausstrahlt, andererseits aber nie stumpf wirkt. Genau mein Ding.
Durchdachte Ausstattung statt Showeffekte
Shimano Deore 6100 mit 510 Prozent Bandbreite klingt erstmal unspektakulär, funktioniert aber im echten Trail-Alltag hervorragend. Gerade bei einem leichten E-MTB wie diesem ist eine sinnvolle Übersetzung wichtiger als bei den schweren Full-Power-Bikes. Technische Anstiege, giftige Rampen oder lange Überführungen – die Bandbreite stimmt und zwingt dich nicht ständig, nur auf den Motor zu vertrauen.
Die Shimano Deore M6120 Bremsen machen ihren Job ohne viel Aufhebens. Sauber dosierbar, ausreichend Power auch nach längeren Abfahrten. Dazu die E13 Vario Infinite Dropper mit 180 mm voreingestelltem Hub, der sich um insgesamt 30 Millimeter verkürzen lässt – im verspielten Gelände extrem praktisch, weil sie schnell und fein anpassbar ist.
Rahmengrößen und Auftritt
Verfügbar von S bis XL, passend für 162 bis 202 cm. Das deckt wirklich fast alles ab. Farblich gibt’s Splatter Grey und Lava Orange. Ersteres wirkt clean und rau, das Orange deutlich frecher. Beide Versionen unterstreichen die moderne, geradlinige Rahmenoptik.
Das Bonero Plus 1 setzt auf Charakter statt Lautstärke
Am Ende geht’s nicht um eine einzelne Killer-Spec. Es geht um die Haltung. Leichter TQ-Motor, schlanker Akku, steifer Carbon-Rahmen, eine RockShox Lyrik Base und eine Ausstattung, die auf Funktion statt auf Bling setzt. Das ROSE Bonero Plus 1 ist ein Gegenentwurf zu den ganzen übermotorisierten Dampframmern. Es belohnt aktives Fahren, Präzision und Spielfreude. Für mich persönlich eines der interessantesten leichten E-Trailbikes der letzten Zeit.
Das ROSE Bonero Plus 1 ist aktuell ab 2.299,00 Euro erhältlich.
Bilder: Hersteller
FAQ
Für wen eignet sich das ROSE Bonero Plus 1 besonders?
Für sportliche Fahrer, die ein leichtes, agiles E-MTB wollen und auf dem Trail selbst mitarbeiten möchten. Es ist kein Sofa auf Rädern für entspannte Touren, sondern ein Bike für Leute, die Linien aktiv wählen, das Gelände lesen und technische Passagen mit Können fahren. Durch das niedrige Gewicht und den leisen Motor fühlt es sich deutlich natürlicher an als die meisten schweren Full-Power-Bikes. Wer richtig viel Punch will, sollte woanders schauen. Wer Dynamik, Präzision und ein intensives Fahrgefühl sucht, liegt hier goldrichtig.
Was macht den TQ-HPR50 Motor an diesem Bike so besonders?
Er drängt sich nicht in den Vordergrund. Der TQ-HPR50 ist leise, kompakt und fügt sich optisch wie fahrerisch perfekt ins Gesamtkonzept ein. Statt eines dominanten Motors hast du das Gefühl, auf einem richtig guten Trailbike zu sitzen, das dir einfach etwas mehr Kraft in den Beinen gibt. Genau das passt zum Bonero Plus 1. Er unterstützt, ohne die Eigenleistung zu killen. Für ambitionierte Trailfahrer, die Natürlichkeit wichtiger finden als reine Watt-Zahlen, ist das ein echtes Highlight.
Welche Stärken zeigt das ROSE Bonero Plus 1 im praktischen Trail-Einsatz?
Es bleibt ruhig, präzise und lebendig, genau dann, wenn viele andere Bikes nervös oder zu träge werden. Der slack Lenkwinkel gibt bei Tempo und in steilen Passagen enormes Vertrauen, die 140 mm an der Lyrik liefern die perfekte Mischung aus Sensibilität und Support. Dazu die gelungene Reifenkombi, eine solide Schaltung und Bremsen, die auch nach 800 Höhenmetern noch sauber arbeiten. Das Ergebnis ist ein E-MTB, das technische Trails nicht glattbügelt, sondern sie richtig erlebbar macht. Wer dynamisch und mit Gefühl fährt, bekommt hier ein sehr ehrliches und stimmiges Paket.




