Das Officina Battaglin Matera ist ein Gravelbike aus Stahl, das sich bewusst gegen Beliebigkeit stemmt. In einer Zeit, in der Carbon und Hightech-Fasern den Takt vorgeben, setzt dieses Rad auf ein Material, das im Radsport seit Jahrzehnten einen besonderen Ruf genießt. Das ist kein nostalgischer Reflex, sondern eine klare Entscheidung für Charakter, Handwerk und ein sehr eigenes Fahrgefühl. Genau darin liegt der Reiz des Matera: Es will nicht bloß schnell über Schotter rollen, sondern auch die Verbindung zwischen Fahrer und Untergrund spürbar machen.
Gebaut wird das Matera in Norditalien, und zwar nicht in anonymer Großserie, sondern als handgefertigtes Frameset. Jeder Rahmen entsteht einzeln und trägt damit jene Handschrift, die man bei industriell gefertigter Ware kaum noch findet. Das passt hervorragend zu einem Gravelbike, das nicht nur auf Funktion setzt, sondern auch auf Persönlichkeit. Denn gerade in diesem Segment suchen viele nicht einfach ein universelles Sportgerät, sondern ein Rad mit Haltung.
Stahlrahmen mit klarer Gravel-Ausrichtung

Technisch ist das Matera alles andere als rückwärtsgewandt. Das Rahmenset basiert auf Columbus-Spirit-HSS-Rohren nach Officina-Battaglin-Spezifikation. Dazu kommt eine von Hand verschliffene Fillet-Brazed-Konstruktion, die dem Rahmen nicht nur eine saubere, elegante Linienführung gibt, sondern auch den handwerklichen Anspruch unterstreicht. Für ein Gravelbike ist das mehr als nur ein ästhetisches Detail: Die Rahmenbauweise ist Teil der Identität dieses Modells.
Vorn arbeitet eine passende Carbon-Gabel mit Anything-Cage-Aufnahmen und 100 x 12 Millimeter Steckachse. Das erweitert den Einsatzbereich deutlich. Wer längere Touren, Bikepacking-Ausflüge oder abgelegene Schotterrunden plant, bekommt zusätzliche Möglichkeiten zur Gepäckmontage. Dass das Matera ausschließlich für Scheibenbremsen ausgelegt ist, gehört in dieser Klasse längst zum guten Ton. Ebenso stimmig wirkt die vollständige interne Zugverlegung, die dem Rad eine aufgeräumte Optik verleiht und den modernen Anspruch des Konzepts unterstreicht.
Die faszinierende Stärke: UDH am Reiserad aus Stahl

Besonders spannend ist beim Matera ein Detail, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt: das UDH-Ausfallende. Das Universal Derailleur Hanger-System ist bei diesem Gravelbike weit mehr als eine technische Randnotiz. Gerade auf langen Distanzen, bei Reisen oder auf abgelegenen Strecken kann ein beschädigtes Schaltauge eine Tour abrupt beenden. Das Matera begegnet diesem Problem mit einem Standard, dessen Ersatz weltweit leichter zu beschaffen ist.
Genau hier zeigt sich, wie durchdacht das Konzept ist. Viele Räder sprechen gern von Abenteuer, bleiben in entscheidenden Punkten aber speziell. Das Matera verbindet klassisches Rahmenmaterial und traditionelle Fertigung mit einem praxisnahen Standard, der im Ernstfall zählt. Für ein Gravelbike, das nicht nur für die Feierabendrunde gedacht ist, sondern auch für unbekannte Wege und internationale Touren, ist das ein echter Vorteil. Dieses Zusammenspiel aus handgebautem Stahlrahmen und global verfügbarem Ersatzteil macht das Matera in seiner Klasse eigenständig.
Geometrie und Ausstattung für lange Tage
Auch die Geometrie zeigt, wohin die Reise geht. Das Matera ist in fünf Rahmengrößen erhältlich, von XS bis XL. Die Stack-Werte reichen von 546,8 bis 628 Millimeter, der Reach von 363 bis 402,9 Millimeter. Dazu kommen Kettenstreben von konstant 440 Millimetern und ein Radstand von 1015 bis 1074 Millimetern. Solche Zahlen deuten auf ein Rad hin, das Stabilität und Ruhe nicht dem Zufall überlässt. Auf losem Untergrund, bei höherem Tempo oder mit Gepäck ist genau das oft wichtiger als nervöse Agilität.
Die maximale Reifenfreiheit von 700 x 50 Millimetern passt sehr gut ins Bild. Das eröffnet Spielraum für schnelle Gravelreifen ebenso wie für voluminösere Pneus auf grobem Terrain. Hinzu kommt die Kompatibilität mit Vario-Sattelstützen dank 31,6-Millimeter-Sitzrohrdurchmesser. Das ist vor allem für technischere Abfahrten und wechselndes Gelände ein Plus. Der T47-Innenlagerstandard mit 68 Millimetern außenliegend, der eigens gestaltete zylindrische 1 1/2-Zoll-Steuerrohrbereich für interne Leitungsführung und die Auslegung ausschließlich für 1-fach-Antriebe zeigen ebenfalls, dass das Matera konsequent auf den aktuellen Gravel-Einsatz zugeschnitten ist.
Ein Rad mit Stil, aber ohne bloße Show
Zur besonderen Wirkung des Matera trägt auch die Gestaltung bei. Neben fünf Uni-Lackierungen in der Linie Matera Minimal gibt es 15 Cromovelato-Farben. Bei dieser Ausführung schimmert das Stahlmaterial unter der transparenten Farbschicht durch und erzeugt eine ungewöhnliche Tiefe. Das ist keine reine Effekthascherei, sondern eine Veredelung, die den Werkstoff sichtbar macht und damit bestens zum Charakter des Rads passt. Das Matera lebt nicht davon, laut zu sein. Es lebt davon, dass Substanz und Erscheinung zusammenpassen.
Zum Lieferumfang des Framesets gehören der Rahmen in gewählter Farbe, die passende Carbon-Gabel, Steuersatzteile sowie Steckachsen vorn und hinten. Zusätzlich wird eine professionelle Beratung zur passenden Rahmengröße und Sitzposition angeboten. Das unterstreicht noch einmal, dass dieses Gravelbike nicht als Massenprodukt gedacht ist. Das Matera richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die ein sehr individuelles Rad suchen, ohne dabei auf zeitgemäße Technik und alltagstaugliche Lösungen zu verzichten.
Als Gesamtpaket ist das Officina Battaglin Matera vor allem dort stark, wo Materialgefühl, Langstreckentauglichkeit und Detailkultur zusammenkommen. Das ist ein Gravelbike für Menschen, die in einem Rad mehr sehen als eine Plattform für Komponenten. Das Frameset mit Uni-Lackierung kostet ab 2.100 Euro. Für die Cromovelato-Lackierung werden 1.500 Euro zusätzlich fällig. Kompletträder starten bei 3.189 Euro. Alle Preise verstehen sich ohne Steuern und Versand.
Bilder: Hersteller
FAQ
Für wen eignet sich das Officina Battaglin Matera besonders?
Das Matera eignet sich vor allem für Fahrerinnen und Fahrer, die ein Gravelbike mit Charakter suchen und dabei nicht nur auf maximale Effizienz achten. Wer lange Tage im Sattel plant, gerne auf wechselndem Untergrund unterwegs ist und ein Faible für Stahlrahmen mit handwerklicher Fertigung hat, findet hier ein sehr passendes Konzept. Besonders attraktiv ist das Rad für Menschen, die Bikepacking, Touren und Abenteuerfahrten mit einem individuellen Rad verbinden möchten. Es spricht weniger reine Wettkampffahrer an, sondern eher jene, die Komfort, Stil, Haltbarkeit und ein lebendiges Fahrgefühl in einem modernen Gravelbike vereint sehen wollen.
Welche Vorteile bietet der Stahlrahmen im Vergleich zu modernen Carbon-Gravelbikes?
Ein Stahlrahmen wie der des Matera bietet vor allem ein sehr eigenständiges Fahrgefühl. Viele schätzen an Stahl die spürbare Geschmeidigkeit, die auf langen Strecken und rauem Untergrund für hohen Komfort sorgen kann. Dazu kommt die besondere Anmutung des Materials: Stahl vermittelt Substanz, Langlebigkeit und eine handwerkliche Wertigkeit, die viele Carbonrahmen so nicht ausstrahlen. Das bedeutet nicht, dass Stahl grundsätzlich besser ist, aber er setzt andere Prioritäten. Beim Matera verbindet sich dieser traditionelle Werkstoff mit moderner Technik wie Scheibenbremsen, interner Zugverlegung und UDH. Genau diese Mischung macht das Rad für viele Gravel-Fans besonders interessant.
Warum ist das UDH-System beim Matera ein so wichtiger Punkt?
Das UDH-System ist beim Matera wichtig, weil es einen praktischen Vorteil bietet, der auf Reisen und langen Touren entscheidend sein kann. Ein beschädigtes Schaltauge kann ein Fahrrad im ungünstigsten Moment lahmlegen, besonders fernab von Werkstätten oder in unbekannten Regionen. Mit dem Universal Derailleur Hanger setzt Officina Battaglin auf einen verbreiteten Standard, der den Ersatz erleichtert. Das passt zum Charakter des Matera als stilvolles, aber zugleich einsatzbereites Gravelbike.




