Manche Räder sind Spezialisten für eine Disziplin. Das Backroad ist anders. Schon die harten Daten zeigen, dass es den Radius ganz bewusst erweitert: Carbonrahmen ab 9,1 Kilogramm, Reifenfreiheit bis 53 Millimeter und 18 Befestigungspunkte. Es ist für den langen Tag gebaut, für die ganze Woche, notfalls länger. Für Leute, die Asphalt nicht meiden, Schotter mögen und mehr vorhaben als die übliche Feierabendrunde.
In der Gravel-Kategorie entscheidet genau diese Mischung aus Sportlichkeit und praktischem Nutzen. Das Backroad macht kein großes Theater, sondern setzt auf eine saubere, durchdachte Basis. Dazu die Carbongabel mit 12 x 100 mm und extra Aufnahmen für einen Gravel Cage. Das Rad wirkt aufgeräumt und kann trotzdem eine Menge mitnehmen. Tempo ist dabei nur ein Teil der Geschichte.
Ein Gravelbike, das Ausrüstung nicht als Last begreift

Am stärksten überzeugt, wie selbstverständlich Stauraum und Stromversorgung hier mitgedacht sind. Das ist kein nettes Extra, sondern ein zentraler Bestandteil des Konzepts. Im Rahmen sitzt ein Fach für Powerbank und Werkzeugtasche. Jede Version hat zusätzlich einen USB-C-Anschluss. Auf der kurzen Runde wirkt das vielleicht übertrieben. Nach sechs, sieben Stunden, wenn das Navi saugt und das Licht braucht, verstehst du den echten Wert sofort.
Das stärkste Detail im Gesamtkonzept
Genau hier bekommt das Backroad sein eigenes Profil. Viele Gravelbikes lassen sich aufrüsten. Aber Strom und Stauraum so selbstverständlich von Anfang an einzubauen, sieht man selten. Das Rad wächst mit, wenn aus Wochenendtouren längere Brevets oder mehrtägige Reisen werden. Ohne dass die Linienführung darunter leidet.
Breite Reifen, viele Aufnahmen, klare Offroad-Ausrichtung

Die Reifenfreiheit bis 53 Millimeter passt perfekt zur Idee. Dazu kommen breite Aluminiumlaufräder. Genau das brauchst du, wenn lose Kurven, ausgewaschene Wege und lange Schotterpassagen nicht die Ausnahme, sondern dein Revier sind.
Auch die 18 Befestigungspunkte sind kein Selbstzweck. Sie machen das Backroad zum sportlichen Allroad-Bike, zur soliden Bikepacking-Basis oder zum robusten Pendler mit Reserven. Aufnahmen für Gepäck und ein einfach zu montierendes Rahmentaschensystem sind dabei. Das Rad soll Gepäck nicht nur ertragen. Es soll mit Gepäck sinnvoll fahren.
Durchdachte Details für rauen Untergrund
Sogar eine Kettenführung für den Offroad-Einsatz ist vorgesehen. Das unterstreicht die Haltung: Das Rad ist nicht nur für schönen Schotter gemacht, sondern für Untergründe, auf denen Material arbeiten muss. Der vielseitige Aluminium-Rundlenker mit Halterungen für Zubehör passt genau ins Bild.
Sportliche Technik ohne starres Rollenbild

Die Modellfamilie ist breit aufgestellt: GRX 820, Apex AXS, GRX 825 Di2, Force AXS und die besonders konsequente Unsupported-Variante. Gerade diese Version zeigt am deutlichsten, wohin das Konzept gehen soll – weg vom reinen Trainingsgerät, hin zu einem System für lange, unabhängige Tage.
Ein modernes Abenteuergerät mit klarer Handschrift
Auch bei den Farben ist das Backroad klar aufgestellt. Terra und Lions Mane wirken passend zum Einsatz: markant, aber nicht aufdringlich. Dazu praktische Dinge wie Montage ohne Spezialwerkzeug. Solche Punkte machen aus einem guten Rad ein rundes Paket.
Entscheidend bleibt, was auf der Straße hängen bleibt. Das Backroad definiert sich nicht allein über Gewicht oder Schaltgruppe. Es verbindet leichten Carbonrahmen mit echter Tourentauglichkeit. Das integrierte Staufach mit USB-C-Ladefunktion macht das Konzept ungewöhnlich geschlossen. Es ist ein Gravelbike, das nicht nur Strecke machen will, sondern unterwegs Strom, Ordnung und Optionen bereithält.
Bilder: Hersteller
FAQ
Für wen eignet sich das Backroad besonders?
Für alle, die nicht zwischen Sportgerät, Alltagsrad und Reiserad wählen wollen. Wer auf Asphalt zügig unterwegs ist, am Wochenende Schotter fährt und vielleicht mehrtägige Touren plant, findet hier ein sehr breites Konzept. Leichter Carbonrahmen, hohe Reifenfreiheit, viele Aufnahmen und das integrierte Staufach machen es für Training, Pendeln und Bikepacking gleichermaßen interessant. Besonders dann, wenn man mit einem einzigen Rad möglichst viele Einsätze abdecken möchte.
Was macht das Backroad im Vergleich zu anderen Gravelbikes besonders?
Dass es nicht nur über Rahmen, Antrieb und Reifenbreite gedacht ist, sondern über das gesamte Nutzungserlebnis. Das Staufach im Rahmen und der USB-C-Anschluss wirken von Anfang an mitgeplant. Viele andere Räder lassen sich mit Zubehör erweitern. Beim Backroad fühlt es sich an, als wäre die Infrastruktur schon im Grundkonzept drin. Genau das merkst du auf langen Touren oder im Alltag.
Ist das Backroad eher für schnelle Fahrten oder für Reisen mit Gepäck gedacht?
Es zwingt dich nicht zur Entscheidung. Die moderne Ausrichtung und das geringe Gewicht sprechen für dynamisches Fahren auf Asphalt und Schotter. Gleichzeitig zeigen die 18 Befestigungspunkte, die breite Reifenfreiheit und das Staufach, dass auch Reisen mit Gepäck ausdrücklich vorgesehen sind. Weder reiner Racer noch reines Reiserad. Sondern ein Rad, mit dem du spontan entscheiden kannst, ob heute Tempo oder beladenes Abenteuer dran ist.




