Das ROCKBROS RND – SHIMANO TIAGRA R4700 sitzt zwischen den Kategorien. Die eigene Beschreibung nennt es ultraleicht, sportlich und vielseitig: robuster Carbonrahmen, zuverlässige Shimano-Schaltung, starke Kontrolle auf wechselndem Untergrund. Kein reines Asphaltgerät für den Sprint an der Ortstafel, sondern sportliche Direktheit mit erweitertem Einsatzbereich. Carbonrahmen für Scheibenbremsen, Carbongabel, Reifen in 700C x 32C, hydraulische Scheibenbremsen und eine 2×10-fach-Schaltung aus Shimanos Tiagra-Gruppe. Zusammen ist das auf Tempo ausgelegt, ohne die Anforderungen schlechter Wege auszublenden. Wer ein Rad für schnelle Feierabendrunden, längere Pendelstrecken und Ausflüge auf festem Schotter sucht, findet hier ein Konzept, das nicht geschniegelt auftritt, sondern bewusst breit aufgestellt ist.
Ein Rennrad über den Asphalt hinaus
Der Carbonrahmen samt Gabel ist mit 1640 Gramm inklusive Gabel angegeben. In der Kategorie sportlicher Renn- und Allroad-Räder ist das wenig. Geringes Gewicht ist kein Selbstzweck. Es geht direkt in Beschleunigung, Kletterverhalten und Fahrgefühl. Wechselt das Profil und du musst aus Kurven heraus oder an kurzen Anstiegen neu Druck aufbauen, dürfte das ROCKBROS dort lebendig wirken.
12-Millimeter-Steckachsen
Dazu doppelte 12-Millimeter-Steckachsen am leichten Carbon. Bei einem Rad, das Kontrolle auf Schotter- und Offroad-Strecken ausdrücklich betont, ist das mehr als eine technische Randnotiz. Steckachsen erhöhen die Steifigkeit im System und führen Vorder- und Hinterrad präziser. Fürs Fahrverhalten heißt das klarere Reaktion auf Lenkimpulse und mehr Ruhe auf losem Untergrund, wenn Spurrillen, kleine Steine oder wechselnde Haftung das Rad fordern. Nicht nur wenig Gewicht. Eine Leichtigkeit, die in der Spur bleibt.
Tiagra für Alltag und Strecke
Zur Einordnung die Gruppe: Shimano Tiagra 4700, also 2×10 aus der Mittelklasse. Verbaut sind SHIMANO SL-4700 Schalthebel, ein FD-4700 Umwerfer und ein RD-4700 GS Schaltwerk. Dazu eine 10-fach-Kassette mit 11–32 Zähnen sowie eine Hollowtech-Kurbelgarnitur in 170 Millimetern mit 50/34 Zähnen. 50/34 mit 11–32 rollt zügig, ist an Steigungen oder auf weniger idealem Untergrund aber nicht unnötig hart übersetzt. Gerade im sportlichen Alltag, wo Gegenwind, Anstiege und wechselnde Wege oft in einer einzigen Runde vorkommen, ist das stimmig. Wer dort die Kadenz halten will, statt nur zu drücken, hat mit dieser Übersetzung den passenden Bereich.
Hinzu kommt der Hinweis auf getrennte Schalthebel für Hoch- und Herunterschalten. Die sollen eine intuitive Bedienung ermöglichen. Passt zu einem Rad, das nicht elitär auftritt, sondern sportliche Technik zugänglich machen will. Wer zügig unterwegs ist, möchte sich nicht mit hakeliger Bedienung beschäftigen. Das ROCKBROS setzt hier auf verlässliche Mechanik statt auf Inszenierung.
Hydraulische Scheibenbremsen und 32C-Reifen
Ebenso prägend für den Charakter sind Bremse und Reifen. Hydraulische Scheibenbremsen mit 160-Millimeter-Bremsscheiben vorne und hinten bringen die Verzögerung, die ein schnelles Rad mit erweitertem Einsatzbereich braucht. Dazu INNOVA-Reifen in 700C × 32C. Diese Breite verschiebt das Einsatzfenster: mehr Traktion, mehr Reserven auf rauem Untergrund, mehr Komfort auf gebrochenem Asphalt. Das speziell entwickelte Profil soll für ausgezeichnete Bodenhaftung sorgen, die optimierte Gummimischung die Abriebfestigkeit erhöhen und den Rollwiderstand reduzieren. Kein klassisches Rennrad im alten Sinn. Eher ein schnelles Straßenrad mit robuster Allroad-Attitüde.
Geometrie, Cockpit und Kontrolle
Vorne sitzt ein Aluminium-Riserbar in 31,8 × 580 Millimetern, die Beschreibung verweist zugleich auf die Agilität eines Hybridbikes. Dazu der Flatbar-Lenker, der laut Beschreibung sicheres Handling und hohen Komfort auf unterschiedlichstem Terrain ermöglichen soll. Diese Lenkerform verändert den Charakter erheblich. Kein klassisches Rennrad mit Unterlenkerästhetik. Eher ein sportliches, schnelles Rad mit direkter, aufrechterer Kontrolle. Auf gemischten Strecken, im urbanen Umfeld oder für Fahrerinnen und Fahrer, die ein unmittelbares Lenkgefühl schätzen, ist das ein Vorteil. Eine aggressive Race-Sitzposition suchst du hier nicht.
Funktional, nicht zur Schau gestellt. Der geschmiedete 80-Millimeter-Vorbau, die Aluminium-Sattelstütze in 27,2 × 350 Millimetern, der DDK-Sattel sowie Aluminium-Doppelwandfelgen mit 29 Millimetern Felgenhöhe runden das Bild eines bewusst funktionalen Aufbaus ab. Auch die innenverlegte Kabelführung gehört in diesen Zusammenhang. Sie schützt vor Witterungseinflüssen und sorgt für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild, ist hier aber vor allem Ausdruck eines Fahrrads, das seine Technik sauber integriert, statt sie demonstrativ auszustellen.
Vielseitig, mit klarer Identität
Was bleibt, ist ein klares Profil. Das ROCKBROS RND – SHIMANO TIAGRA R4700 Rennrad richtet sich an Menschen, die ein schnelles, leichtes Fahrrad suchen, aber nicht auf einen engen Asphalthorizont festgelegt sein wollen. Das Carbonchassis gibt die sportliche Basis, die Steckachsen schärfen die Kontrolle, die Tiagra 2×10-Gruppe sorgt für verlässliche Schaltarbeit, und die 32C-Bereifung mit hydraulischen Scheibenbremsen erweitert den Aktionsradius deutlich. Diese Mischung trägt das Rad. Es will nicht nostalgisch das klassische Rennrad feiern, sondern eine moderne, vielseitige Interpretation sein: schnell genug für Tempo, robust genug für wechselnde Wege, zugänglich genug für viele Einsatzszenarien.
Das ROCKBROS RND – SHIMANO TIAGRA R4700 Rennrad kostet 1.199,00 Euro.
Bilder: Hersteller
FAQ
Für wen eignet sich das ROCKBROS RND am besten?
Für Fahrerinnen und Fahrer, die sportlich unterwegs sein wollen, aber nicht ausschließlich auf glattem Asphalt. Trainingsrunden, der tägliche Weg zur Arbeit, gelegentlich fester Schotter: dafür ist das Paket stimmig. Durch den leichten Carbonrahmen, die zuverlässige Tiagra-Schaltung und die breiteren 32C-Reifen entsteht eine Mischung aus Tempo, Komfort und Kontrolle. Damit spricht das Modell sowohl ambitionierte Einsteiger als auch erfahrene Fahrer an, die ein vielseitiges, unkompliziertes und modernes Sportfahrrad mit breitem Einsatzbereich bevorzugen. Ein enges Race-Setup für feinen Asphalt ist es nicht.
Wie fährt sich das ROCKBROS RND im Alltag und auf längeren Strecken?
Im Alltag dürfte sich das ROCKBROS RND angenehm direkt, aber nicht nervös anfühlen. Der leichte Rahmen unterstützt ein lebendiges Beschleunigen, während die 32C-Reifen Unebenheiten besser ausgleichen als schmalere klassische Rennradreifen. Dazu kommt die aufrechtere Kontrolle durch den Flatbar-Lenker – im Stadtverkehr, auf Pendelstrecken und bei wechselndem Untergrund kann das zusätzliche Sicherheit vermitteln. Auf längeren Strecken trägt die Übersetzung mit 50/34 und 11–32, weil damit zügiges Rollen und entspannteres Klettern möglich bleiben. So bleibt das Rad alltagstauglich, tourenfreundlich und sportlich zugleich.
Was macht das ROCKBROS RND im Vergleich zu einem klassischen Rennrad besonders?
Die Abkehr vom traditionellen Rennradbild ist klar. Klassische Rennräder zielen stark auf reinen Asphalt, schmale Reifen und eine aggressive Sitzposition. Das ROCKBROS RND setzt auf Vielseitigkeit. Der Carbonrahmen sorgt für Sportlichkeit und geringes Gewicht, doch hydraulische Scheibenbremsen, Steckachsen, 32C-Reifen und der Flatbar-Lenker verschieben den Charakter deutlich Richtung Allroad und Alltag. Dadurch entsteht ein Fahrrad, das schnell bleibt, aber weniger spezialisiert wirkt. Nicht nur auf Bestzeiten aus, sondern auf Kontrolle, Komfort und nutzbare Vielseitigkeit im echten Fahralltag. Genau da liegt der Unterschied.




