Das Böttcher Expedition positioniert sich klar als Reiserad für lange Entdeckungstouren – mit einem Schwerpunkt auf Haltbarkeit statt Grammfuchserei. Der Rahmen aus CrMo-Stahl ist für ein Systemgewicht von bis zu 150 Kilogramm ausgelegt und bietet damit Reserven für Fahrerinnen und Fahrer mit reichlich Gepäck. 26-Zoll-Laufräder und eine auf Tourenbetrieb ausgelegte Geometrie sollen das Rad auch mit voll beladenen Taschen gutmütig und berechenbar halten. Zur Wahl stehen zwei Rahmenformen, Trapez und Diamant, jeweils in mehreren Rahmengrößen.
Reiserad mit Stahlrahmen und 26-Zoll-Laufrädern
Sowohl beim Trapez- als auch beim Diamantrahmen setzt Böttcher auf CrMo-Stahl für Rahmen und Gabel. Die Geometrie ist klar tourenorientiert: lange Kettenstreben von 450 Millimetern und ein Radstand ab gut 1.057 Millimetern versprechen Laufruhe, wenn Front- und Heckträger mit Gepäck beladen sind. Die 26-Zoll-Laufräder erleichtern zudem das Handling, insbesondere bei langsamer Fahrt und auf engen Wegen, und ermöglichen eine breite Reifenauswahl.
Ein zentrales Element des Konzepts sind die pannensicheren Schwalbe Marathon Mondial in 50-559. Die voluminösen Reifen bringen Komfort auf Schotter und Pflaster, rollen aber auf Asphalt immer noch effizient genug für lange Tagesetappen. Zusammen mit den robusten Ryde-Andra30-Felgen, Edelstahlspeichen und Schwalbe-Hochdruck-Felgenband entsteht ein klassischer Reiserad-Laufradsatz, der auf Dauerbelastung ausgelegt ist und nicht auf Leichtbau um jeden Preis.
Magura-Felgenbremsen, Nabendynamo und Reisetauglichkeit
Beim Bremsen vertraut das Böttcher Expedition auf hydraulische Magura HS33-Felgenbremsen. Sie gelten seit Jahren als Referenz im Reiseradbereich, wenn es um kräftige Dosierbarkeit, Wartungsarmut und Unempfindlichkeit gegenüber Witterung geht. In Kombination mit den breiten Reifen ergeben sich hohe Sicherheitsreserven, auch bei voller Beladung und in Abfahrten.
Für die Stromversorgung sorgt ein Nabendynamo Shimano Sport DH-3N72 am Vorderrad. Er speist den Busch-&-Müller-Scheinwerfer Eyc T senso plus und das Rücklicht Mini plus. Damit ist das Expedition für nächtliche Ankünfte am Zeltplatz oder spontane Fahrten in der Dämmerung gerüstet, ohne auf Steckdosen angewiesen zu sein. Ein stabiler Hinterbauständer Hebie Fix 18 erleichtert das Be- und Entladen des Rades.
Tubus-Gepäckträger als entscheidendes Detail
Das faszinierendste Detail am Böttcher Expedition ist das integrierte Gepäckkonzept mit Tubus-Trägern. Vorn kommt ein Tubus Tara Lowrider, hinten ein Tubus Logo Evo zum Einsatz. Diese Kombination liegt seit Jahren im Fokus vieler Reiseradfans, weil sie Lasten sauber verteilt: vorn tief montierte Taschen verbessern die Fahrstabilität, hinten bietet der Logo Evo durch seine Konstruktion Platz für große Packtaschen und ein weiteres Gepäckstück auf der Oberseite.
In der Praxis bedeutet das: Wer mit mehreren Tagen Autonomie unterwegs sein möchte, findet am Rahmen und den Trägern genügend Reserven für Zelt, Kochset, Kleidung und Proviant. Die Geometrie mit langen Kettenstreben verhindert, dass die Fersen an die Taschen stoßen. Ergonomische Komponenten wie der ergotec Flat Bar, Ergon GP1-Griffe, der ergotec-Octopus2-Vorbau und unterschiedliche Sattelvarianten (Selle Royal Vaia in moderater oder sportlicher Sitzhaltung) zielen darauf ab, auch nach Stunden im Sattel noch eine kontrollierte, entspannte Fahrposition zu ermöglichen.
Konfiguration, Antriebsoptionen und Preisgestaltung
Das Böttcher Expedition lässt sich im hauseigenen Konfigurator umfangreich anpassen. Bei der Schaltung stehen klassische Kettenschaltungen wie Shimano Deore (3×10) oder Deore XT (3×10) ebenso zur Wahl wie Nabenschaltungen mit Rohloff Speedhub 500/14 oder Shimano Alfine 11. Viele Anbauteile – von Griffen über Sättel bis hin zu Scheinwerfern – können individuell gewählt werden. Beispiele sind Brooks-Ledersättel und -Griffe, ein Busch-&-Müller-IQ-X-Scheinwerfer oder spezielle Effekt- und Metalliclacke wie „Lagunenblau matt“ oder „Blau dormant“.
Preislich startet das Böttcher Expedition mit Shimano-Deore-Ausstattung bei 2.099 Euro. Mit Shimano Alfine 11 liegt der Einstieg bei 2.399 Euro, mit Deore XT bei 2.249 Euro. Wer zur Rohloff Speedhub greift, beginnt bei 3.499 Euro. Damit bewegt sich das Reiserad im hochwertigen Segment, bietet dafür aber einen auf Langlebigkeit ausgelegten Stahlrahmen, eine hohe Zuladung und eine Ausstattung, die vor allem Tourenfahrerinnen und Tourenfahrern entgegenkommt, die auf Reisen weder Straße noch Matsch scheuen.
Bilder: Hersteller



