Der SpaceMaker macht das Camperleben leichter: Mit einem Handgriff lässt sich der komplette Fahrradträger samt E-Bikes zur Seite schwenken – so bleibt das Heck jederzeit frei zugänglich. Ideal für alle, die unterwegs schnellen Zugriff auf Stauraum, Heckküche oder Gepäck benötigen. (Foto: Michael Scheler)

The SpaceMaker – Schwenkarm für den Fahrradträger am Auto

Der Caravan Salon in Düsseldorf ist immer wieder für Überraschungen gut. Jedes Jahr tauchen dort Lösungen auf, die zwar schon eine Weile auf dem Markt sind, aber im Alltag vieler Camperinnen und Camper noch gar nicht angekommen sind. Genau so ein Produkt ist „The SpaceMaker“ von alu-line: ein Schwenkarm, mit dem sich ein an der Anhängerkupplung montierter Fahrradträger einfach zur Seite drehen lässt. Für alle, die ihre Räder am Kupplungsträger transportieren, ist das eine äußerst praktische Möglichkeit, endlich wieder problemlos an Heckklappe oder Hecktüren des Campers zu kommen – ohne die Bikes erst mühsam vom Träger wuchten zu müssen.

Mit dem SpaceMaker lässt sich der Fahrradträger komplett zur Seite schwenken. (Foto: Michael Scheler)

Ein Adapter für mehr Alltagstauglichkeit im Vanlife

Van, Kastenwagen oder Pickup – wer mit Bikes reist, kennt die Situation: Die Fahrräder sitzen auf dem Kupplungsträger, die Heckklappe muss auf, die Hecktüren sollen frei schwingen, und schon beginnt das Rangieren, Heben und Fluchen. Genau an diesem Punkt greift The SpaceMaker ein. Der Adapter von EuroCarry sitzt zwischen Anhängerkupplung und Fahrradträger und schwenkt den komplett beladenen Träger seitlich aus dem Arbeitsbereich der Türen. Für den Campingalltag ist das mehr als ein nettes Detail: Oft entscheidet es darüber, ob das Heckkonzept wirklich praktikabel oder nur theoretisch nutzbar ist. Küche im Heck, Stauraumfächer oder der Heckauszug bleiben so auch mit montierten Rädern schnell erreichbar.

The SpaceMaker richtet sich an alle, die Fahrräder oder E-Bikes auf einem Kupplungsträger transportieren und trotzdem ohne großen Aufwand ans Fahrzeugheck wollen. Der Nutzen zeigt sich besonders unterwegs: Der schwere Koffer liegt im Heck, die Outdoor-Stühle stecken quer hinter den Türen, oder die Kiste mit Lebensmitteln muss kurz vor dem Stellplatz noch raus. Statt den kompletten Fahrradträger abzunehmen, wird er über den Adapter einfach seitlich weggeschwenkt – die Bikes bleiben dort, wo sie hingehören.

Freigegeben ist The SpaceMaker für maximal zwei Fahrräder. Für moderne Camping-Setups mit E-Bikes ist das der entscheidende Punkt: Zwei E-Bikes mit zusammen bis zu 65 Kilogramm Zuladung lassen sich um 90 Grad zur Seite schwenken – und damit deutlich weiter, als es viele klassische Klappmechanismen erlauben.

So funktioniert The SpaceMaker an der Anhängerkupplung

The SpaceMaker wird einfach auf die Anhängerkupplung geschoben und fest verschraubt. (Foto: Michael Scheler)

Die Konstruktion bleibt bewusst mechanisch und damit gut nachvollziehbar. The SpaceMaker wird auf die Kugel der Anhängerkupplung geschoben und von oben mit einer Inbusschraube fixiert. Dafür ist ein 10er-Inbus nötig, der laut Herstellerangabe zum Lieferumfang gehört. Am seitlichen Ausleger sitzt eine zweite Kupplungskugel – dort wird anschließend der eigentliche Fahrradträger montiert. Für Bike-Reisende bleibt die gewohnte Handhabung des Kupplungsträgers also weitgehend bestehen, ergänzt um die Schwenkfunktion.

Zusammengeklappt wird der Schwenkarm sicher verriegelt. (Foto: Michael Scheler)

Elf Zentimeter, die den Unterschied machen

Zwischen der Mitte der Kugel an der originalen Anhängerkupplung und der Mitte der Kugel am SpaceMaker liegen rund 110 Millimeter. Das klingt wenig, ist im Campingalltag aber entscheidend. Am Heck zählt jeder Zentimeter: Je weiter ein System nach hinten aufbaut, desto stärker ändern sich Hebelkräfte, Fahrverhalten beim Rangieren und Platzbedarf auf engen Stellplätzen oder Fähren. Die kompakte Bauweise des SpaceMaker hält den Überhang so gering wie möglich – ein Pluspunkt für alle, die mit voll beladenem Bike-Setup unterwegs sind.

Der Abstand zwischen der originalen Anhängerkupplungs-Kugel und der Kugel des SpaceMaker beträgt eingeklappt lediglich elf Zentimeter. (Foto: Michael Scheler)

Das faszinierende Detail: 90 Grad Freiheit am Heck

Der eigentliche Clou des Systems ist das seitliche Wegschwenken unter voller Last. Ein Träger mit zwei E-Bikes ist im Alltag ein schweres, sperriges und gleichzeitig wertvolles Paket. The SpaceMaker holt dieses Paket um 90 Grad aus dem Bereich der Hecktüren heraus. Damit wird der Heckbereich wieder das, was er im Camper sein soll: Stauraum für Bike-Gepäck, mobile Küche, kleine Werkstatt, Duschplatz, Einstieg für den Hund oder einfach direkter Zugriff auf alles, was bei Bikepacking- und Camping-Touren schnell erreichbar sein muss.

Ein Detail verrät, dass die Lösung klar für die Praxis entwickelt wurde: Beim Ausklappen unter Last kippt der Schwenkarm bei etwa 75 Grad Öffnungswinkel leicht nach hinten ab. Dadurch bleibt er besser in Offenstellung und klappt nicht bei jedem kleinen Windstoß oder einer unbedachten Berührung wieder zurück.

The SpaceMaker wird in zwei Varianten angeboten: linksschwenkend in Richtung Fahrerseite und rechtsschwenkend in Richtung Beifahrerseite. Was zunächst nach einer reinen Variantenfrage klingt, ist im Reisealltag hochrelevant. Wer häufig am Straßenrand parkt und lädt, kann mit der rechtsschwenkenden Version den Fahrradträger von der Fahrbahn wegführen – ein klares Sicherheitsplus. Wer eine rechte Schiebetür oder einen bestimmten Heckauszug nutzt, kann mit der linksschwenkenden Ausführung Wege ums Fahrzeug herum sparen und das Ein- und Ausräumen von Bike-Gepäck deutlich vereinfachen.

Hecktüren, Lenker und Heckauszug

Laut Herstellerangaben lassen sich die Fahrzeugtüren im Normalfall weiterhin um 90 Grad öffnen. Entscheidend bleibt aber immer die Größe der Fahrradlenker. Als praxisnaher Tipp gilt: Das erste Fahrrad sollte so auf dem Träger stehen, dass der Lenker beim Wegschwenken vom Fahrzeug wegzeigt. Für Camper mit Bike-Heckauszug oder ausziehbaren Ladeböden im Heck ist genau diese Kombination aus Lenkerposition und Schwenkrichtung maßgeblich für die Alltagstauglichkeit.

Robuste Eckdaten für Nutzfahrzeuge und Camper

Das Eigengewicht des Adapters liegt bei rund 13,9 Kilogramm. The SpaceMaker besteht aus hochfestem, verschleißfestem Stahl. Das System ist zudem abschließbar und damit gegen Diebstahl geschützt – wichtig, wenn hochwertige Bikes auf dem Träger stehen. Für den elektrischen Anschluss ist ein integriertes Stromkabel vorgesehen, das Zugfahrzeug und Fahrradträger verbindet; am Ausleger sitzt zusätzlich eine Steckdose für den Stecker des Kupplungsträgers.

The SpaceMaker besteht aus robustem Stahl und ist abschließbar. (Foto: Michael Scheler)

Für die Praxis entscheidend ist auch die Kompatibilität: The SpaceMaker soll zu nahezu allen Anhängerkupplungs-Fahrradträgern für maximal zwei Räder passen. Ausgeschlossen sind Trägersysteme mit FIX4BIKE-Aufnahme sowie Träger für drei oder vier Fahrräder. Diese Grenze ist bewusst gesetzt, denn zusätzliche Räder und mehr Gewicht verändern die Kräfte am Heck deutlich und würden die Reserve im System aufbrauchen.

Nicht jedes Fahrzeug ist geeignet

So clever der Adapter ist – universell im Sinn von „passt immer“ ist er nicht. Verwendbar ist The SpaceMaker nur an Stahl-Anhängerkupplungen, nicht an Kupplungen aus Aluminium oder GGG-30-Guss. Die Kupplung muss eine Anhängelast von mindestens 2.000 Kilogramm aufweisen, die Kugel einen Durchmesser von 50 Millimetern haben. Außerdem darf das Maß von 40 Millimetern von der Oberkante der Kugel bis zur Unterkante von Heckklappe oder Hecktür nicht unterschritten werden. Wer mit Bikes am Camper unterwegs ist, sollte diese Maße sorgfältig prüfen, bevor bestellt wird.

Für große Camper gedacht, nicht für jeden Pkw

Konzipiert ist The SpaceMaker für Fahrzeuge ab der Größe eines VW T6 aufwärts sowie für Pick-ups. Für klassische Pkw und die meisten SUVs ist der Adapter nicht vorgesehen. Auch zum Ziehen von Anhängern darf er nicht verwendet werden. Bei bestimmten abnehmbaren Anhängerkupplungen mit runder, horizontal nach vorne eingeschobener Aufnahme schließt der Hersteller die Nutzung ausdrücklich aus – auch hier lohnt ein genauer Blick auf die vorhandene Kupplung.

Was vor der Bestellung geklärt werden sollte

Vor dem Kauf empfiehlt sich ein gründlicher Check der eigenen Heckgeometrie. Neben den geforderten 40 Millimetern Freiraum über der Kupplungskugel spielt auch das Maß von der Oberkante der Kugel bis zur Oberkante des Horizontalrohrs der Anhängerkupplung eine Rolle; hier werden mindestens 73 Millimeter genannt. Bei abnehmbaren Kupplungen hängt die Eignung zusätzlich von der jeweiligen Bauart ab. Systeme, bei denen die Kupplung nach oben oder in ein Vierkantrohr gesteckt wird, können geeignet sein, während horizontal nach vorne eingeschobene Rundaufnahmen häufig problematisch sind.

Positiv für Bike-Reisende: Eine Heckbox darf laut Herstellerangaben ebenfalls auf dem SpaceMaker montiert werden, solange die maximale Zuladung von 65 Kilogramm nicht überschritten wird. Ein Fahrradträger selbst gehört ausdrücklich nicht zum Lieferumfang – der vorhandene oder separat gekaufte Kupplungsträger wird weiterverwendet.

Preis und Einordnung für Camper

The SpaceMaker ist ein Spezialbauteil für ein sehr konkretes Problem – genau darin liegt aber auch seine Stärke. Wer nur ab und zu ein einzelnes Fahrrad mitnimmt, wird eine solche Lösung vermutlich nicht benötigen. Wer jedoch regelmäßig mit zwei E-Bikes unterwegs ist, häufig an den Heckauszug muss oder auf engen Stellplätzen schnell ans Fahrzeuginnere will, erhält ein Zubehör, das den Camping- und Bike-Alltag deutlich entspannen kann. Die CE-geprüfte Ausführung benötigt laut Produktangaben keine zusätzliche Einzelabnahme und wird derzeit als lieferbar geführt.

Der Preis liegt bei 990,00 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Wer The SpaceMaker live sehen möchte, hat auf dem Caravan Salon noch bis zum 6. September die Gelegenheit dazu. alu-line stellt in Halle 13 am Stand B 77 aus.

Ein ausführlicher Praxistest zum SpaceMaker ist bereits angefragt. Geplant ist, das System an Redaktionsfahrzeugen mit unterschiedlichen Kupplungsträgern und E-Bikes auszuprobieren. Es lohnt sich also, regelmäßig auf bikeexplorer.de vorbeizuschauen.

Bilder: Michael Scheler

FAQ

1. Für wen lohnt sich The SpaceMaker im Campingalltag wirklich?

The SpaceMaker lohnt sich vor allem für Camperinnen und Camper, die regelmäßig mit zwei Fahrrädern oder E-Bikes unterwegs sind und ihr Fahrzeugheck intensiv nutzen. Wer unterwegs oft an Gepäck, Kühlbox, Heckauszug oder Campingmöbel muss, spart mit der Schwenklösung spürbar Zeit und Kraft. Statt den kompletten Kupplungsträger abzubauen, wird er einfach seitlich weggedreht, während die Bikes montiert bleiben. Das ist besonders praktisch auf Touren, bei denen spontane Stopps und schneller Zugriff auf Ausrüstung zum Alltag gehören. Für Menschen, die nur selten Fahrräder transportieren oder kaum über das Heck einladen, bleibt der Nutzen dagegen begrenzt – der große Vorteil zeigt sich im dichten Reisealltag.

2. Welche Punkte sollte man vor dem Kauf unbedingt prüfen?

Vor der Bestellung sollte genau kontrolliert werden, ob Fahrzeug und Anhängerkupplung geeignet sind. Wichtig sind unter anderem: eine Stahl-Anhängerkupplung, ein Kugeldurchmesser von 50 Millimetern, mindestens 2.000 Kilogramm Anhängelast sowie die geforderten Abstände am Heck (unter anderem der 40-Millimeter-Abstand über der Kugel). Auch die Bauart einer abnehmbaren Kupplung spielt eine zentrale Rolle. Zusätzlich sollte bedacht werden, welche Fahrräder transportiert werden, wie breit die Lenker sind und in welche Richtung der Träger später schwenken soll. Gerade bei Campern mit Hecktüren oder Heckauszug entscheidet die individuelle Heckgeometrie darüber, ob The SpaceMaker später wirklich so praktisch funktioniert wie geplant.

3. Ist der Preis von 990 Euro für The SpaceMaker gerechtfertigt?

Ob die 990 Euro gut investiert sind, hängt stark vom persönlichen Nutzungsprofil ab. Auf den ersten Blick wirkt der Preis für einen Adapter hoch, zumal kein Fahrradträger im Lieferumfang enthalten ist. Für Vielreisende mit schweren E-Bikes, durchdachtem Stauraumkonzept und regelmäßigem Zugriff aufs Heck kann sich die Investition jedoch schnell relativieren. Der Mehrwert besteht nicht nur aus Komfort, sondern auch aus weniger Heben, weniger Umräumen und einem deutlich flüssigeren Reiseablauf. Wer sein Fahrzeug als mobile Bike-Base mit Küche, Werkstatt oder Familienzentrale nutzt, bewertet solche Erleichterungen oft anders als Gelegenheitsnutzer. Für Wenigfahrer bleibt The SpaceMaker eher ein Spezialprodukt, für aktive Camper und Bike-Reisende kann er dagegen ein spürbarer Zugewinn sein.

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