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Das Canyon Grizl CF 8 w/ RIFT ist ein Gravelbike für alle, die jenseits glatter Wege unterwegs sein wollen und dabei nicht auf Tempo verzichten möchten. Die Eckdaten zeigen klar, wohin die Reise geht: Carbonrahmen, 40 Millimeter Federweg an der Front, drahtlose 1x-Schaltung und viel Reifenfreiheit. Das ergibt ein Rad, das nicht nur auf Schotter funktioniert, sondern gerade dann interessant wird, wenn die Route unruhig, lang oder unberechenbar wird.

Mit 10,5 Kilogramm in Größe M bleibt das Gesamtgewicht für ein derart vielseitig ausgelegtes Bike niedrig. Das ist im Gravel-Segment ein wichtiger Punkt, denn ein Rad dieser Kategorie muss oft mehrere Rollen erfüllen: schnelle Feierabendrunde, langer Bikepacking-Tag, raue Waldpassage und im besten Fall auch die Verbindungsetappe auf Asphalt. Genau in diesem Spannungsfeld positioniert sich das Grizl CF 8 w/ RIFT.
Carbonrahmen für breite Einsatzbereiche

Das Herzstück ist der Canyon Grizl CF Rahmen aus Carbon. Mit einem Rahmengewicht von 1.110 Gramm bringt er eine sportliche Basis mit, ohne den Anspruch eines reinrassigen Race-Bikes zu verfolgen. Entscheidend ist hier nicht nur das geringe Gewicht, sondern vor allem die Anpassungsfähigkeit, die schon in der Konzeption angelegt ist. Die Reifenfreiheit von 54 Millimetern ist in der Praxis ein starkes Argument. Sie eröffnet Reserven für lose Untergründe, mehr Komfort und zusätzliche Traktion, wenn Wege tief, steinig oder schlicht miserabel werden.
Dass das Rad in Größen von 2XS bis 2XL angeboten wird, spricht für einen breiten Einsatz von kleinen bis sehr großen Fahrerinnen und Fahrern. Die beiden Farben Lavender Gelato und Pineapple Gummy setzen dabei einen auffälligen Akzent, ohne den technischen Charakter des Rads zu überdecken. Das Grizl ist kein modisches Accessoire, sondern ein Werkzeug für ambitionierte Gravel-Touren.
Die Federgabel macht den Unterschied

Die spannendste Eigenschaft an diesem Modell ist die DT Swiss F 132 ONE. Federung am Gravelbike ist längst kein exotisches Thema mehr, doch dieses Konzept bleibt erklärungsbedürftig. 40 Millimeter Federweg klingen auf dem Papier zunächst zurückhaltend. Auf Schotter und ruppigen Feldwegen liegt genau darin aber die Stärke. Es geht nicht darum, grobe Trail-Schläge wie am Mountainbike wegzubügeln. Vielmehr nimmt die Gabel die Härte aus kleinen und mittleren Schlägen, beruhigt die Front und hilft, auf losem Untergrund länger sauber die Linie zu halten.
Für lange Tage im Sattel ist das ein echter Vorteil. Hände, Schultern und Nacken werden entlastet, während das Vorderrad mehr Kontakt zum Untergrund behält. Gerade auf schnellen Waschbrettpisten oder in steinigen Kurven kann das spürbar mehr Kontrolle bringen. Der Remote-Lockout passt gut zu diesem Ansatz: Wenn das Terrain glatter wird oder auf Asphalt Effizienz gefragt ist, lässt sich die Gabel straffen. Das macht das System alltagstauglicher und zeigt, dass hier nicht mit Show-Effekten gearbeitet wurde, sondern mit einem klaren funktionalen Gedanken.
Antrieb und Bremsen passen zum Konzept

Beim Antrieb setzt das Canyon auf SRAM Rival XPLR AXS mit 13 Gängen. Die drahtlose 1x-Schaltung passt hervorragend zu einem Gravelbike, das auf Einfachheit und Robustheit ausgelegt ist. Kein Umwerfer, weniger Komplexität, klare Bedienung: Gerade bei Schmutz, langen Touren und wechselndem Untergrund ist das ein Plus. Die XG-1351 Kassette in Kombination mit der Rival XPLR Kurbel liefert eine Bandbreite, die für steile Schotteranstiege ebenso taugt wie für schnelle Verbindungsstücke.
Auch die Bremsanlage bleibt bei einem vernünftigen, belastbaren Setup. SRAM Rival AXS HRD mit Zwei-Kolben-Sätteln und 160-Millimeter-Scheiben vorne wie hinten steht für die Art von Kontrolle, die im Gravel-Einsatz gebraucht wird. Auf langen Abfahrten im losen Terrain zählt Dosierbarkeit oft mehr als bloße Maximalwerte. Genau dort muss ein Rad dieser Klasse überzeugen.
Laufräder, Reifen und Komfort im Zusammenspiel

Ein interessanter Kontrast zeigt sich bei den Laufrädern. Während Rahmen und Sattelstütze klar auf Leichtbau und Komfort einzahlen, setzt Canyon bei den DT Swiss G1800 Spline Laufrädern auf Aluminium. Das wirkt vernünftig. Aluminiumfelgen mit 24 Millimetern Innenweite gelten im Gravel-Einsatz als robuste, alltagstaugliche Lösung. Sie harmonieren gut mit den 45 Millimeter breiten Schwalbe G-One RX Performance Reifen, die genügend Volumen für Grip und Dämpfung mitbringen.
Dass die Gabel Reifen bis 50 Millimeter zulässt, der Rahmen sogar bis 54 Millimeter, zeigt erneut, wie offen das Konzept angelegt ist. Das Rad lässt sich damit stärker in Richtung Komfort und Abenteuer trimmen oder näher an ein sportliches Setup heranführen. Dazu kommt die Canyon S15 VCLS 2.0 CF Sattelstütze mit 20 Millimetern vertikaler Nachgiebigkeit. Diese Art kontrollierter Flex gehört zu den unspektakulären Details, die auf langen Strecken einen echten Unterschied machen können. Zusammen mit dem Fizik Argo Terra X5 Sattel entsteht ein Cockpit am Heck, das klar auf Ausdauer ausgelegt ist.
Für wen das Grizl CF 8 w/ RIFT gedacht ist
Das Canyon Grizl CF 8 w/ RIFT richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die im Gravelbike mehr sehen als ein schnelles Rad für trockene Schotterautobahnen. Das Modell spricht vor allem jene an, die häufig auf wechselndem Untergrund unterwegs sind und dabei Reserven schätzen: mehr Traktion, mehr Ruhe im Fahrwerk, mehr Komfort über Stunden hinweg. Gleichzeitig bleibt das Gesamtpaket sportlich genug, um auch zügig bewegt zu werden.
Bemerkenswert ist, wie geschlossen das Konzept wirkt. Die Federgabel ist hier kein isoliertes Extra, sondern greift sinnvoll in das Gesamtbild aus Carbonrahmen, breiter Reifenfreiheit, 1x-Funkantrieb und komfortorientierter Sattelstütze ein. Das Ergebnis ist ein Gravelbike, das moderne Technik nicht als Selbstzweck vor sich herträgt, sondern sehr konkret auf den Einsatz abseits perfekter Wege ausrichtet. Das Canyon Grizl CF 8 w/ RIFT kostet 3.499 Euro.
FAQ
1. Für wen lohnt sich das Canyon Grizl CF 8 w/ RIFT am meisten?
Das Bike lohnt sich vor allem für Fahrerinnen und Fahrer, die regelmäßig auf wechselndem Untergrund unterwegs sind und dabei ein sportliches, aber zugleich komfortorientiertes Gravelbike suchen. Wer lange Touren fährt, schlechte Waldwege, groben Schotter oder unruhige Feldpassagen nicht vermeiden will, profitiert besonders von diesem Konzept. Durch den Carbonrahmen, die große Reifenfreiheit und die Federgabel verbindet das Rad Tempo mit Kontrolle. Weniger geeignet ist es für Puristen, die fast nur Asphalt oder sehr glatte Schotterwege fahren. Dort wäre ein leichteres, noch direkteres Gravel-Race-Bike möglicherweise die logischere Wahl.
2. Was bringt die RIFT-Federgabel im Alltag wirklich?
Die 40 Millimeter Federweg sind im Alltag vor allem ein Komfort- und Kontrollgewinn. Die Gabel schluckt keine extremen Trail-Schläge wie ein Mountainbike-Fahrwerk, aber genau das ist auch nicht ihre Aufgabe. Ihr Nutzen zeigt sich auf ruppigem Schotter, Waschbrettpisten, steinigen Kurven und langen Fahrten mit vielen kleinen Erschütterungen. Dort bleibt das Vorderrad ruhiger, die Hände werden entlastet und die Linienwahl fällt leichter. Das verbessert nicht nur den Komfort, sondern oft auch das Sicherheitsgefühl. Dank Remote-Lockout lässt sich die Gabel bei glatterem Untergrund straffer stellen, was das Rad vielseitiger und effizienter im Alltag macht.
3. Ist das Canyon Grizl CF 8 w/ RIFT eher sportlich oder eher auf Abenteuer ausgelegt?
Die Stärke des Modells liegt genau darin, dass es beide Seiten überzeugend verbindet. Es ist sportlich genug, um schnell bewegt zu werden, und gleichzeitig robust sowie komfortabel genug für anspruchsvolle Abenteuer-Touren. Das relativ niedrige Gewicht, der Carbonrahmen und der drahtlose 1x-Antrieb sprechen klar die sportliche Seite an. Die Federgabel, die breite Reifenfreiheit und die nachgiebige Sattelstütze verschieben das Rad aber deutlich in Richtung Langstrecken-Komfort und Geländereserven. Dadurch wirkt das Grizl nicht wie ein spezialisiertes Race-Bike, sondern wie ein vielseitiges Gravelbike für ambitionierte Touren, Bikepacking und raue Strecken mit hohem Praxisnutzen.




