Das Giant Defy Advanced E+ Elite 2 besetzt eine noch junge, aber hochinteressante Nische: das schnelle E-Rennrad für ausdauerorientierte Fahrerinnen und Fahrer, die auf langen Strecken Unterstützung wollen, ohne auf das direkte Fahrgefühl eines sportlichen Rennrads zu verzichten. Genau darin liegt der Reiz dieses Modells. Das Rad setzt nicht auf grobe Motorgewalt, sondern auf ein Konzept, das Reichweite, Integration und Straßenkomfort in den Mittelpunkt rückt. Mit Carbonrahmen, schlank integrierter 400-Wh-Batterie und kabelloser elektronischer Schaltung verbindet es moderne E-Bike-Technik mit einer klaren Endurance-Ausrichtung. Das passt zur Defy-Plattform, die seit jeher für Langstreckenkomfort steht. Hier wird diese Idee elektrifiziert, ohne ihren Charakter aufzugeben. Das Ergebnis ist ein Rad für hügelige Trainingsrunden, lange Tage im Sattel und sportliche Touren, bei denen Gegenwind oder steile Rampen nicht den Takt vorgeben sollen.
Leichter Antrieb statt brachialer Schub
Besonders spannend ist beim Giant Defy Advanced E+ Elite 2 der SyncDrive Move Plus Hinterradnabenmotor. Er liefert 30 Nm Drehmoment, was vom Hersteller mit 75 Nm eines Mittelmotor-Äquivalents eingeordnet wird, und bringt lediglich 1,7 Kilogramm auf die Waage. Für die Praxis ist jedoch weniger die Zahl entscheidend als die Art, wie dieses System zum Konzept des Rades passt. Ein leichter Nabenmotor kann auf der Straße Vorteile haben, weil er das sportliche, freie Fahrgefühl eines Rennrads weniger überlagert. Genau darauf ist das System ausgelegt: hohe Geschwindigkeiten auf Asphalt, möglichst geringe Energieverluste und wenig Widerstand beim Rollen oder im Freilauf. Unterstützt wird das durch Smart Assist. Drei Sensoren erfassen die Tretleistung, woraufhin das System die Unterstützung proportional anpasst. Das sorgt für einen natürlicheren Eindruck als bei Antrieben, die sehr abrupt eingreifen. Gerade bei einem E-Rennrad ist das entscheidend, weil ein harmonischer Charakter oft wichtiger ist als ein möglichst spektakulärer Schub.
Ausdauerplattform mit elektrischer Reserve
Das Herzstück des Rahmens ist ein Advanced-Carbon-Chassis mit passender Advanced-Vollcarbon-Gabel. Dazu kommen die D-Fuse-Sattelstütze aus Carbon und ein D-Fuse-Lenkerkonzept, das auf mehr Nachgiebigkeit setzt als klassische runde Formen. Im Endurance-Segment ist dieser Ansatz sinnvoll, weil er Vibrationen auf langen Distanzen mindern soll. Das Rad ist klar für viele Stunden auf schlechtem bis durchschnittlichem Asphalt gedacht, nicht nur für die glatte Sonntagsrunde. Dazu passen auch die 32 Millimeter breiten Giant Gavia Fondo 0 Reifen in Tubeless-Ready-Bauweise, die ab Werk schlauchlos ausgeliefert werden. Sie versprechen mehr Komfort, Traktion und Pannensicherheit als schmalere, reinrassige Race-Bereifung. Die Batterie mit 400 Wh sitzt im Unterrohr und wiegt 2,3 Kilogramm. Laut den angegebenen Werten reicht das System unter extremen Bedingungen für 40 Kilometer, unter guten Bedingungen für 70 Kilometer und unter idealen Bedingungen für bis zu 100 Kilometer. Für ein sportlich ausgelegtes E-Rennrad sind das praxisnahe Größenordnungen, die gut zum Einsatzzweck passen.
Die faszinierende Stärke liegt in der Integration
Die auffälligste Besonderheit dieses Modells ist nicht ein einzelnes Bauteil, sondern die Konsequenz, mit der alles zusammengeführt wurde. Das RideControl-GO-Bedienelement sitzt sauber im Oberrohr und übernimmt Ein- und Ausschalten sowie den Wechsel der Unterstützungsstufen. Ergänzt wird das System durch SRAM Blips, über die sich auch die Modusunterstützung ansteuern lässt. Zusammen mit der kabellosen SRAM Rival E1 AXS Schaltung entsteht ein sehr aufgeräumtes Cockpit, das hervorragend zu einem modernen Rennrad passt. Diese Integration ist weit mehr als Designspielerei. Auf langen Straßenetappen kann ein reduziertes, intuitives Bedienkonzept tatsächlich den Unterschied machen, weil weniger Ablenkung entsteht und der Fokus auf Tritt, Linie und Rhythmus bleibt. Hinzu kommt das integrierte Rücklicht. Es verbessert die Sichtbarkeit im Verkehr. Gerade für ein Rad, das auch auf zügigen Trainingsfahrten und langen Überlandpassagen eingesetzt wird, ist das ein sinnvoller Sicherheitsbaustein.
Solide Ausstattung für den schnellen Asphalt
Die Ausstattung des Giant Defy Advanced E+ Elite 2 ist stimmig gewählt. Die SRAM Rival E1 AXS Schaltgruppe mit drahtlosen Schaltern sowie Umwerfer und Schaltwerk passt hervorragend zu einem hochwertigen E-Rennrad dieser Kategorie. Gebremst wird mit hydraulischen SRAM Rival E1 AXS HRD Scheibenbremsen und 160-Millimeter-Scheiben. Das verspricht Reserven bei langen Abfahrten und bei wechselhaftem Wetter. Die 2×12-Übersetzung mit 46/33 Zähnen vorne und einer 10-36-Kassette deckt ein breites Spektrum ab, was gerade bei einem Endurance-orientierten E-Rennrad sinnvoll ist. Das Giant P-R2 Disc Laufradsystem ist tubeless-ready. Auch kleine Details sprechen für Alltagstauglichkeit im sportlichen Rahmen: Das System ist mit der RideControl App kompatibel. Darüber lassen sich Motoreinstellungen anpassen und Fahrdaten anzeigen. Das erweitert den Nutzwert, ohne den Charakter des Rades zu verändern. Das Giant Defy Advanced E+ Elite 2 ist damit kein klassisches Komfort-E-Bike und auch kein reines Race-Gerät, sondern ein sehr modernes Straßenrad mit elektrischer Reserve für ambitionierte Kilometer.
Bilder: Hersteller
FAQ
Für wen eignet sich das Giant Defy Advanced E+ Elite 2 am besten?
Das Giant Defy Advanced E+ Elite 2 eignet sich vor allem für sportlich orientierte Fahrerinnen und Fahrer, die ein Rennrad für lange Distanzen suchen, dabei aber nicht auf elektrische Unterstützung verzichten möchten. Besonders interessant ist das Modell für Menschen, die in hügeligen Regionen unterwegs sind, auf Trainingsrunden Kräfte sparen wollen oder nach einer Möglichkeit suchen, längere Touren gleichmäßiger zu fahren. Weniger passend ist es für alle, die ein besonders kraftvolles E-Bike mit starkem Schub erwarten. Dieses Rad will nicht dominieren, sondern unterstützen. Genau deshalb passt es hervorragend zu ambitionierten Tourenfahrern mit Fokus auf Ausdauer, Komfort und natürlichem Fahrgefühl.
Wie fährt sich das Modell im Vergleich zu einem klassischen E-Bike?
Im Vergleich zu einem typischen E-Bike wirkt das Giant Defy Advanced E+ Elite 2 deutlich sportlicher, leichter und zurückhaltender in seiner Unterstützung. Der Hinterradnabenmotor ist nicht auf brachiale Beschleunigung ausgelegt, sondern auf ein harmonisches, straßenorientiertes Fahrverhalten. Dadurch bleibt das Gefühl eines echten Rennrads stärker erhalten als bei vielen schwereren E-Bikes mit Mittelmotor. Gerade bei höherem Tempo, auf längeren Asphaltpassagen und in leicht welligem Gelände spielt das Konzept seine Stärken aus. Wer ein dynamisches Rad mit natürlichem Charakter sucht, wird diesen Ansatz schätzen. Wer dagegen maximale Motorleistung im steilen Gelände erwartet, sollte seine Erwartungen realistisch einordnen.
Was sind die größten Stärken des Giant Defy Advanced E+ Elite 2 im Alltag und auf Tour?
Die größten Stärken dieses Modells liegen in der gelungenen Verbindung aus Komfort, Integration und sportlicher Alltagstauglichkeit. Der Carbonrahmen, die nachgiebigen D-Fuse-Komponenten und die 32-Millimeter-Reifen machen lange Fahrten angenehmer, während die integrierte Batterie und die aufgeräumte Bedienung das moderne Gesamtkonzept unterstreichen. Dazu kommt eine hochwertige Ausstattung mit elektronischer Schaltung und kräftigen Scheibenbremsen, die auch bei wechselnden Bedingungen Sicherheit vermittelt. Im Alltag profitieren Fahrer zudem von Details wie App-Anbindung und Rücklicht. Auf Tour zeigt sich dann die eigentliche Qualität des Rades: Es erweitert die Reichweite sportlicher Fahrten, ohne den Rennradcharakter zu verwässern.




