Reiseräder gelten oft als behäbige Lastesel, die zwar alles mitmachen, aber wenig Fahrfreude versprühen. Das Argos bricht mit diesem Bild. Es ist als leichter Edeltourer konstruiert, der hohe Zuladung verträgt, gleichzeitig aber eine zügig-sportliche Note in den Reiserad-Alltag bringt. Grundlage dafür ist eine komplett überarbeitete, gepäcktaugliche Rahmgeometrie, die Stabilität mit einer aktiven Sitzposition verbindet – sowohl in der 26-Zoll- als auch in der 27,5-Zoll-Variante.
Edler Columbus-Rahmen und durchdachte Touring-Details
Das Herzstück des Patria Argos ist der Rahmen aus Columbus Zona Rohren. Der Rohrsatz ist double butted und wird handgelötet, gemufft und mit Feingussausfallenden aufgebaut, die je nach Ausstattung auch verstellbar ausgeführt sind. Diese Bauweise zielt auf Praxisnutzen: hohe Steifigkeit, gute Dämpfung und eine langfristig stabile Basis für schweres Reisegepäck. Die Rahmenbelastbarkeit liegt bei bis zu 160 Kilogramm Gesamtgewicht bei der Diamant-Variante und 140 Kilogramm bei der Trapez-Cross-Version – ausreichend Spielraum für Fahrer, Gepäck und Alltagseinsätze.
Die Gabel folgt demselben Ansatz. Handgelötet, mit Feingussgabelkopf und Columbus-CrMo-Gabelscheiden ausgestattet, bringt sie Lowriderbuchsen mit, sodass Fronttaschen von Beginn an eingeplant sind. Der serienmäßige Racktime Fold-it Gepäckträger am Heck zeigt, dass das Rad konsequent auf Tourenbetrieb abgestimmt ist, ohne den Nutzer mit überflüssigen Anbauteilen zu überfrachten.
Laufradgrößen, Antriebe und Bremsen im Reiserad-Kontext
Bei den Laufrädern bietet der Patria Argos zwei unterschiedliche Philosophien. Die serienmäßige 26-Zoll-Version setzt auf robuste Laufräder mit Schwalbe Marathon Supreme 50-559 auf Zac-421-Felgen, optimiert für schwere Wege und maximale Stabilität. Optional stehen 27,5-Zoll-Laufräder mit Continental Urban 50-584 zur Verfügung, hier als Disc-only-Ausführung. Sie versprechen besseres Abrollverhalten und bringen gerade auf längeren Asphaltpassagen spürbare Vorteile, behalten aber dank 50-Millimeter-Breite reichlich Komfort und Grip bei.
Die Bandbreite der Antriebe ist außergewöhnlich: Alfine 8- und 11-Gang-Nabenschaltungen, die Rohloff-14-Gang-Nabe, eine XT-30-Gang-Kettenschaltung sowie Pinion-Getriebe mit 18 oder 12 Gängen. Damit lässt sich das Argos je nach Einsatz vom komfortorientierten Tourer bis zum bergtauglichen Reiserad konfigurieren. Passend dazu unterscheidet sich die Bremsausstattung: Beim 26-Zoll-Modell arbeitet serienmäßig eine Deore V-Brake, mit der Option auf Scheibenbremse als Sonderausstattung, während die 27,5-Zoll-Variante von vornherein mit Deore-Disc-Brakes ausgelegt ist.
Faszinierendes Detail: Handgelöteter Rahmen als Seelenstück
Besonders faszinierend am Patria Argos ist der handgelötete, gemuffte Columbus-Zona-Rahmen. In einer Zeit, in der viele Reiseräder aus anonymen Aluminiumrahmen bestehen, steht diese Bauweise für eine klassische Rahmenkultur. Silberlot-Lötung, Feingussausfallenden und der gezielte Einsatz des Rohrsatzes ergeben nicht nur ein elegantes Erscheinungsbild, sondern vor allem einen ausgewogenen Fahrcharakter. Auf langen Etappen macht sich das in Form ruhigen Geradeauslaufs, berechenbarem Handling mit Gepäck und einer angenehmen Vibrationsdämpfung bemerkbar.
Mit zügig-sportlicher Sitzposition, großem Spielraum bei der Rahmenbelastbarkeit und der Wahl zwischen unterschiedlichen Schaltungs- und Bremssystemen zeigt das Patria Argos, dass ein Reiserad nicht schwerfällig sein muss, um große Lasten souverän zu tragen.
Bilder: Hersteller



