Wer regelmäßig auf der Straße unterwegs ist, weiß: Das mulmige Gefühl kommt selten von vorne, sondern fast immer von hinten. Moderne Radarsysteme fürs Fahrrad wollen genau hier ansetzen. Das RECO 81 LINK positioniert sich als intelligentes Rücklicht mit integriertem Radar und soll den Blick im Nacken ersetzen – nicht mit Spielereien, sondern mit klarer Sicherheitsfunktion für Alltagsradler und sportlich Ambitionierte.
RECO 81 LINK als Kombination aus Rücklicht und Radar

Das RECO 81 LINK ist ein smartes Radar-Rücklicht, das herannahende Fahrzeuge von hinten erkennt und gleichzeitig als helles Sicherheitslicht fungiert. Im Kern arbeitet ein Radarsensor, der den Bereich hinter dem Rad bis zu einer Distanz von 140 Metern überwacht. Bis zu acht Fahrzeuge werden gleichzeitig erfasst. Auf einem kompatiblen GPS-Radcomputer mit ANT+-Radarprofil werden diese Fahrzeuge grafisch angezeigt, sodass die Fahrerin oder der Fahrer stets weiß, wie viel Verkehr sich nähert und mit welcher Dynamik.
Die Einheit am Sattelstützrohr übernimmt also gleich zwei Aufgaben: Sichtbarkeit nach hinten und Informationskanal nach vorne. Besonders im dichten Verkehr oder auf Landstraßen mit hohen Geschwindigkeiten kann ein solcher „digitaler Rückspiegel“ das subjektive Sicherheitsgefühl deutlich erhöhen. Dass das Gerät in Deutschland aktuell nicht erhältlich ist, ändert nichts an der grundsätzlichen Einordnung: Es handelt sich um ein Radarsystem für Fahrräder, das die klassische Lichtfunktion erheblich erweitert.
Radarerkennung bis 140 Meter und Unterscheidung der Annäherung

Die technische Basis des Systems ist der Radarsensor mit einer Erkennungsreichweite von 140 Metern. Für typische Fahrsituationen im Straßenverkehr ist das ein beachtlicher Wert, denn motorisierte Fahrzeuge tauchen damit frühzeitig auf dem Radcomputer auf. Bis zu acht Objekte können gleichzeitig verfolgt werden, was vor allem auf viel befahrenen Strecken oder in Ballungsräumen relevant wird. Das Radar unterscheidet zwischen normal aufschließenden und schnell herannahenden Fahrzeugen. Diese Abstufung hilft, die eigene Fahrlinie anzupassen oder gegebenenfalls etwas weiter an den Fahrbahnrand zu wechseln, ohne sich jedes Mal umdrehen zu müssen.
Ein weiterer Baustein der Sicherheit ist das helle Warnlicht nach hinten. Während das Radar den Radfahrenden informiert, signalisiert die Leuchte dem motorisierten Verkehr: Hier ist ein Fahrrad unterwegs. Die Kombination aus frühzeitiger Erkennung und optischer Warnung zielt darauf ab, die kritische Zone des Überholens sicherer zu gestalten.
Integration mit ANT+-Radcomputern und SIGMA RIDE App
Der Nutzen eines Fahrradradars steht und fällt mit der Anbindung an Anzeigen und Apps. Das RECO 81 LINK setzt auf ANT+ und ist damit mit allen Radcomputern kompatibel, die ein ANT+-Radarprofil unterstützen. Besonders dicht ist die Integration mit den SIGMA ROX 12.1 EVO und 11.1 EVO: Auf diesen Geräten erscheinen die herannahenden Fahrzeuge als visuelle Marker, ergänzt durch akustische Warnungen. Das sorgt dafür, dass die Aufmerksamkeit auf der Straße bleiben kann, während das Display und Töne subtil im Hintergrund arbeiten.
Zusätzlich funkt das Gerät via Bluetooth Low Energy (BLE) mit der SIGMA RIDE App. Aktuell dient die App vor allem für Firmware-Updates und Statusinformationen, etwa zum Batteriestand. Perspektivisch sind visuelle und akustische Fahrzeugwarnungen direkt in der App vorgesehen. Für Fahrerinnen und Fahrer, die mit dem Smartphone am Lenker unterwegs sind, könnte das die klassische Radcomputer-Lösung teilweise ersetzen und das System flexibler machen.
Rücklicht mit Brems- und Notbremslicht für mehr Aufmerksamkeit
Als Rücklicht meldet sich das RECO 81 LINK mit hoher Reichweite: Die Leuchte ist aus bis zu 500 Metern sichtbar, was gerade bei Dämmerung und nachts ein wichtiger Sicherheitsfaktor ist. Spannend ist die integrierte Bremslicht- und Notbremslichtfunktion. Beim Abbremsen erhöht die Leuchte die Aufmerksamkeit des nachfolgenden Verkehrs, ähnlich wie beim Auto. In Notsituationen signalisiert die Notbremslichtfunktion besonders eindringlich, dass hier abrupt verzögert wird.
Gerade in urbanen Bereichen mit vielen Spurwechseln, Einmündungen und parkenden Fahrzeugen kann ein solches Bremslicht die Situation hinter dem Rad entschärfen. Wer häufig mit höherem Tempo unterwegs ist – etwa auf schnellen Pendelstrecken oder in Trainingsgruppen – profitiert ebenfalls davon, dass Hinterherfahrende besser erkennen, wann die Geschwindigkeit des Vordermanns oder der Vorderfrau nachlässt.
Sechs Leuchtmodi und Peloton-Modus für Gruppenfahrten
Das RECO 81 LINK bietet sechs Leuchtmodi, um sich an unterschiedliche Nutzungsszenarien anzupassen: High, Peloton, Day Flash, Night Flash, ECO Flash und einen Radar-Only-Modus, in dem das Licht nur bei Annäherung aktiviert wird. Im High-Modus steht maximale Lichtleistung zur Verfügung, was für dunkle Landstraßen oder schlechte Sichtverhältnisse interessant ist. Day Flash und Night Flash setzen auf auffällige Blinkmuster, um tagsüber wie nachts besser wahrgenommen zu werden. ECO Flash priorisiert die Akkulaufzeit und eignet sich für lange Touren, bei denen vor allem eine Basis-Sichtbarkeit gefordert ist.
Der Peloton-Modus sticht als besonders fahrradspezifische Lösung hervor. In diesem Modus wird die Lichtintensität reduziert, damit Mitfahrerinnen und Mitfahrer im Windschatten nicht geblendet werden. Das Radar bleibt jedoch vollständig aktiv. Damit adressiert das Produkt ein typisches Problem bei Gruppenfahrten: Entweder ist das Rücklicht so hell, dass es stört, oder so schwach, dass es kaum gesehen wird. Hier versucht der Peloton-Modus, beides zu vereinen – eine der interessantesten Funktionen des gesamten Systems, da sie zeigt, wie gezielt das Produkt auf reale Gruppensituationen zugeschnitten ist. Diese Funktion zeigt, worin der eigentliche Mehrwert eines spezialisierten Fahrradprodukts liegt: Es adressiert konkrete Situationen aus dem Radalltag, statt nur technische Daten aufzureihen.
Laufzeiten, Akkumanagement und Bedienlogik
Die Laufzeiten des RECO 81 LINK sind stark vom gewählten Modus abhängig. Im kombinierten Betrieb von Licht und Radar sind bis zu 15 Stunden möglich. Im Radar-Only-Modus sind es laut Datenblatt bis zu 30 Stunden. Die weiteren Modi staffeln sich dazwischen: Peloton-Modus bis 26 Stunden, Day Flash bis 21 Stunden, Night Flash bis 23 Stunden und ECO Flash bis 27 Stunden. Damit deckt das System sowohl den täglichen Pendelverkehr als auch lange Touren ab, ohne permanent an der Steckdose zu hängen.
Geladen wird über eine integrierte USB-C-Schnittstelle, der Akku ist in etwa drei Stunden wieder voll. Eine Akkuanzeige informiert über den Ladestand, was Planbarkeit im Alltag erleichtert. Die Mode-Memory-Funktion merkt sich den zuletzt verwendeten Modus und startet beim nächsten Einschalten wieder in derselben Einstellung – ein kleines, aber alltagstaugliches Detail. Gegen unbeabsichtigtes Aktivieren etwa im Rucksack schützt eine Einschaltlogik mit Doppelklick.
Montage an D-, Aero- und Rundstützen mit IP67-Schutz
Bei der Montage setzt das RECO 81 LINK auf flexible Gummiadapter für unterschiedliche Sattelstützenformen – darunter D-förmige, aerodynamische und klassische runde Stützen. Die Befestigung erfolgt werkzeuglos und soll schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Rädern ermöglichen. Ein Drehverriegelungsmechanismus sorgt dafür, dass das Gerät stabil und optimal ausgerichtet sitzt, was für eine zuverlässige Radarerkennung entscheidend ist.
Für den Einsatz bei schlechtem Wetter ist der IP67-Schutz relevant. Das Gerät ist damit gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen geschützt, was Regenfahrten oder nasse Straßen problemlos möglich machen sollte. Pendlerinnen und Pendler, die ihr Rad bei jedem Wetter nutzen, müssen sich somit keine Sorgen um Regenschauer oder Spritzwasser machen.
Verknüpfung mit AURA 100 Link und zentrale Lichtsteuerung
Ein weiterer Baustein des Konzepts ist die Kompatibilität mit dem Frontlicht AURA 100 Link. In dieser Kombination lassen sich Vorder- und Rücklicht über die Bedienelemente des Frontscheinwerfers gemeinsam steuern. Die sogenannte Link-Funktion ermöglicht, beide Leuchten mit einem Bedienpunkt zu schalten und den Akkustatus im Blick zu behalten. Dadurch entsteht ein zusammenhängendes Lichtsystem, das sich zentral handhaben lässt, anstatt zwei völlig getrennte Einheiten bedienen zu müssen.
Die Idee dahinter: Wer aus der Haustür geht, aktiviert mit einem Tastendruck die komplette Beleuchtung inklusive Radar. Gerade im Alltag, wenn es schnell gehen muss, reduziert das die Hürde, das System konsequent zu nutzen. Licht und Radar werden so zu einem integrierten Bestandteil des Fahrrads, nicht zu einer losen Ansammlung von Anbauteilen.
Preis und Verfügbarkeit des RECO 81 LINK
Das RECO 81 LINK ist ein spezialisiertes Sicherheitsprodukt für den Straßenverkehr, das Radarerkennung, Rücklicht, Bremslicht und smarte Konnektivität in einem Gehäuse vereint. Mit ANT+-Anbindung an kompatible Radcomputer, BLE-Verbindung zur SIGMA RIDE App und der Option, zusammen mit der AURA 100 Link ein abgestimmtes Lichtsystem zu bilden, richtet es sich an Vielfahrende, Pendlerinnen und Pendler sowie sportliche Radgruppen, die Wert auf zusätzliche Informationen und Sichtbarkeit legen. Nach aktuellem Stand ist das RECO 81 LINK in Deutschland nicht erhältlich. Der unverbindliche Verkaufspreis liegt bei 179,95 Euro (Art.-Nr. 15301).
Bilder: Hersteller



